Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

UL Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 331 
Wa8 sich aber durch Ansetzen von Blutegeln bald verlor. . Bald 
darauf. zeigte sich an: Händen und Füssen ein Ausschlag, der 
erst sehr nässend und kleberig, dann trocken und schuppenartig, 
I der letzten Zeit stets trocken und unschmerzhaft war.. Diese 
trockene Flechte wich‘ nie wieder von der Kranken und zeigte 
Sich wechselsweise im Gesicht, auf dem Kopfe, der Brust, dem 
Leibe, doch meistens an den obern Extremitäten, der Brust und 
dem Kopfe. Die dagegen gebrauchten Mittel waren ‚ganz ‚ohne 
Erfolg geblieben. Vor mehreren: Jahren hatte Pat, eine Intermit- 
tens, welche 9 Monate .anhielt und dann noch ein Recidiv machte. 
Die Menses fliessen jetzt reichlich. In ihrer Familie sind Exanr 
Yheme einheimisch, und drei ihrer Geschwister, welche :an- un- 
bekannten Uebeln starben, kratzten sich vor dem Tode bhestän« 
dig an: Armen und Beinen. Die Kranke trank den künstlichen 
Emser Kesselbrunnen und. Karlsbader Mühlbrunnen: mit grossem 
Vortheil: — . Ein kräftig gebauter‘ und gesunder Mann von 3% 
Jahren: zog sich‘ auf einer. Reise im offenen Wagen gegen. einen 
kalten und heftigen Nordwind; während. dessen Wehen er viel 
sprach, eine Heiserkeit zu, welche drei Monate. wenig beachtet 
wurde, Als sich nun Druck auf der Brust: und: Beschwerde. im 
Aihmen: dazu gesellte, suchte: Pat, in Berlin Hülfe. Die Heiser- 
keit verminderte sich nun bei wärmerer Witterung etwas, und die 
Schmerzhafte Empfindung des Kehikopfes verschwand ganz.. Statt 
des Hustens hörte man zur ‚ein leichtes Räuspern, wodurch weis- 
Ser, schaumiger Schleim mit Speichel ausgeworfen wurde. Zwei- 
Maliges Blutauswerfen linderte die schmerzhaften Empfindungen: 
Zuweilen empfindet Pat. bein: Niederschlucken. der Speisen und 
Getränke einige Beschwerde, ‚und oft kommt etwas von den Spei- 
Sen der Stimmritze nahe. Längeres Sprechen regt ihn auf; und 
Fascheres Gehen und Treppensteigen fällt ihm beschwerlich: Al- 
ler Wahrscheinlichkeit nach verdankt Pat: sein hartnäckiges Hals- 
übel der drei Monate lang ganz verabsäumten Behandlung eines 
im ersten Entstehen wahrscheinlich entzündlichen Katarrhs,' der 
irgend eine kleine Oertlichkeit in der Nähe- der Stimmritze: ge- 
bildet hat. Dem Patient wurde der Emser Kesselbrunnen‘, 80- 
dann eine Molkeneur in Baden-Baden. verordnet und endlich für 
Herbst und Winter der. Aufenthalt im südlichen. Frankreich oder 
ltalien angerathen. — Ein fremder Officier von 48 Jahren er- 
litt bei körperlichen und‘ geistigen Strapatzen 1885 eine heftige 
Erkältung, * Seitdem zeigten sich die ersten Spuren von: Tabes 
dorsualis, welche langsam, aber unaufhaltsam. fortschritt. Das 
Gehen. ward ihm sehr beschwerlich , er hat den charakteristischen 
sichern, breitbeinigen, holprigen Gang, das Gefühl, als ob 
der Leib. mit einem Bande zusammengeschnürt würde; das Harn- 
lassen war erschwert, der Harır floss oft, wider des Pat. Willen, 
Neben: dem Nachtgeschirr vorbei:.‘ In der Leber, in dem: Pfort- 
adersysteme und in. den Gekrösdrüsen waren muterielle Stockun- 
5%0.. Pat: ward nach Marienbad, von da nach. Gastein, und für
	        
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