Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

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V. Staatsarzneikunde. 
hurt Statt gehabt hatz 2) dass. die unverhältnissmässige Grösse 
des Kindeskopfes die Ursache der schweren Geburt war; 3) dass 
auch der Kindeskopf eine Kopfgeschwulst und eine zugespitzte 
Form hat, da Risse und Brüche an einem Kopfknochen, durch 
die Kraft der Wehen verursacht, nicht entstehen können, ohne 
dass jenes Beides zugleich vorhanden ist; 4) üass entweder das 
Kind schon vor der Geburt abgestorben war, oder dass wider“ 
natürlich dünne pergamentartige Stellen an dem Knochen gefun- 
den werden.‘ [Wildberg’s Magazin f. d. gerichtl. Arzneiwissel 
schaft, Bd. 2, Heft 2.] . (V—t.) 
212. Gerichtliches Gutachten über ein erstick- 
tes, neugeborenes Kind, bei dem es zweifelhaft 
bleibt, ob der Tod durch die Mutter selbst, odeF 
durch einen fremden, hinzutretenden Umstand be” 
wirkt worden ist; von Dr. FAHrennoreTt, Hofrath und Krei®- 
physicus in Insterburg. Eine Frau wurde wegen verheimlichter 
Schwangerschaft und angeschuldigten Kindermordes‘ eingezogeP- 
F. fand, nach angestellter Untersuchung, dass die Frau in der 
That geboren habe. Nach hartnäckigem Läugnen’ erzählte 81° 
endlich, sie sey im Freien, 200 Schritte von‘ ihrer Wohnung 
ohnmächtig niedergefallen, und beim Wiedererwachen, da sie eir 
nen Blut- und Fleischklumpen zwischen ihren Füssen bemerkt 
habe, erschrocken in ihre Wohnung gelaufen, ohne den Klum 
pen näher zu untersuchen. Das neugeborene, jedoch todte Kind 
fand sich jedoch in einer wohlverschlossenen Spinde ihrer Stub® 
in eine Frauenschürze; eingeschlagen. Als der Angeschuldigte® 
das Kind vorgezeigt wurde, erkannte sie es nun auch an und 
änderte ihre Aussage dahin ab, das sie das Kind nach Haus® 
getragen, es in ihr Bett, und sich zu ihm gelegt habe; hierauf 
sey ihre Mutter und ihr. Mann (mit welchem sie erst 10 Tag® 
verehelicht war) in die Stube gekommen, und sie habe, nach 
dem sie wieder allein gewesen sey, aus Furcht, dass man ihr® 
Geburt entdecken werde, ihr Kind in eine benachbarte Scheun® 
getragen und in Heu eingescharrt, + Stunde danach aber wie” 
der in ihre Stube zurückgebracht und in der angegebenen Spind® 
aufbewahrt. Das gerichtliche Gutachten wurde nun, nach 3P° 
gesteilter äusseren Untersuchung und Section des Kindes dahil 
ahgefasst, dass es 1) reif und lebensfähig, 2) während der Ge“ 
burt wirklich, 3) auch höchst wahrscheinlich nach ‚der Geburt 
gelebt und geathmet habe, und 4) an KErstickung, wozu sich 
Schlagfluss gesellte, gestorben sey. Auf welche Weise indes 
diese Erstickung bewirkt worden, dies konnte nach physische” 
Merkmalen nicht bestimmt werden. [Rust’s Magazin, Bd. 4 
Hft. 3.] (H—r.) 
213. Gutachten über einen Wahnsinnigen und 
Trunksüchtigen; von Dr. Gnarr, Director des Med. Colleg: 
zu Darmstadt. Dieser Fall, über welchen schon im 17. Ergäl 
zungsbande der Hunxa’schen Zeitschrift S, 213 berichtet wordel
	        
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