Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

26 IL Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
mehrmaligem Erbrechen befallen war, und, als G. sie sahe, fast 
einer Sterbenden glich, wurde ein Klystier aus drei Unzen Stär- 
kenmehlsolution, 10 Gran Chinin und 20 Tropfen Laudanum ver- 
ordnet und gleichzeitig 2 Vesicatore auf die Brust und in den 
Nacken gelegt. Die darauf folgende Nacht, wo G. eher den Tod 
erwartet hätte, schlief die Kranke ruhig; am andern Morgen war 
der Auswurf geringer, das Athmen freier, ‚das Gesicht weniger 
fahl; die Kräfte kehrten wieder und Patientin genas bei den ger 
wöhnlichen Mitteln, [Dublin Journal of the med. and chem. 
science, Jul. 1833.] . (Fr.) 
15. Hirnverjauchung; beobachtet von Dr. J. ZANGEKL, 
Schlossarzt in Schönbrunn. Ein kräftiger und gesunder Land- 
mann von 26 Jahren stellte sich im Sommer 11827 erhitzt mit 
blossen Füssen in eine kalte Quelle und wusch sich mit diesem 
Wasser den vom Schweisse triefenden Kopf. Die unmittelbare 
Folge davon war eine chronische Hirnentzündung mit einem bald 
darauf eintretenden Anfalle von Epilepsie. Einige Wochen spä- 
ter stürzte Patient von einem Fuder Heu herab auf den Kopf, 
worauf die krankhaften Zufälle sich verschlimmerten und perma- 
nent wurden, Erst im October suchte Patient ärztliche Hülfe, 
fühlte sich 3 Wochen lang nach einem Aderlasse merklich er- 
leichtert, vernachlässigte sich nun aber wiederum bis zum 8. Ja- 
nuar 1828, wo Verf. Folgendes an ihm wahrnahm: heftigen, 
stechenden periodischen Kopfschmerz, besonders in der Stirnge- 
gend; periodischen heftigen Schwindel, vorzüglich in aufrechter 
Stellung; geröthete schielende Augen; fremdartigen, veränderten 
Blick, Patient sah anfangs im Liegen, gut, im Stehen verdun- 
kelte sich plötzlich das Gesicht und erblindete vorübergehend; 
später wurde er constant amblyopisch und endlich völlig amauro- 
tisch mit runder, erweiterter, unbeweglicher und ganz schwar- 
zer Pupille. Dabei epannte es ihm lästig im Augapfel und letz- 
terer schien ihm ganz voll zu seyn. In den Ohren fühlte er 
anfangs Stechen, Reissen, Sausen, er wurde schwerhörig und 
endlich auf dem rechten Ohre ganz taub. Ueberhaupt litt die 
ganze rechte Seite hervorstechend an rheumatischen Schmerzen, 
welche zuletzt die rechten Gliedmassen lähmten. ‘ Die Magen- 
grube war ebenfalls sehr schmerzhaft; die Geisteskräfte nahmen 
ab und am %. März endete ein epileptischer Anfall das Leben, — 
Alle Gefässe des Gehirns fand man mit Blute überfüllt; die linke 
Hälfte des Gehirns gesund, die rechte aber im Umfange einer 
Kindesfaust in eine faulige, braunschwarze, äusserst stinkende 
Masse verwandelt. Diese Verjauchung erstreckte sich bis zu dem 
Schhügel; in der rechten Seitenkammer war Jauche, in der lin- 
ken viel wasserhelles Serum. [Medicin, Jahrb. des k. k, österr. 
Staates, Bd. 14, St, 1.] . (V—t.) 
16. Nierenvereitelrung; beobachtet von Dr. J. ZANGERL, 
Schlossarzt in Schönbrunn. Eine 37jährige Frau, welche meh- 
rere Kinder geboren hatte und niemals bedeutend krank gewe-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.