Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

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IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
zange fassen und mit der aufs Blatt gebogenen Scheere ein Stück 
abtragen. Er liess daher das Kind auf die Knie der Amme 8®* 
tzen, den Kopf etwas nach hinten gebogen, und ihm, damit € 
den Mund besser öffne, die Nase zuhalten; fasste dann. die Ge- 
schwulst, allein es lief durch die kleinen Oeffnungen, welche die 
Hakenpincette machte, der ganze Inhalt, eine schleimige, durch- 
sichtige fadenziehende Flüssigkeit, aus, und die Blase fiel zusam“ 
men, 80 dass an Exeision nicht zu denken war. Unmittelbar dar- 
auf trank das Kind mit Kraft und Leichtigkeit. Nach 3 Tage? 
aber war die Blase wieder so gefüllt, wie vor der Operatioll- 
Nun fasste Sr. die Geschwulst mit einer gewöhnlichen Pincett® 
und schnitt ein Stück herans. Es floss dieselbe eiweissartig® 
fadenziehende Flüssigkeit und ein Paar Tröpfchen Blut ans. Des 
Kind empfand wohl kaum etwas von: dieser Operation; nalım die 
Brust von nun an leicht, und das Uebel War geheilt. [Gazeil® 
mdd. de Paris, Nr. 12. Novbr. 1833.) > (Fr.) 
209. Beobachtung einer zwölfmaligen KErkran- 
kung am Croup bei einem Kinde; mitgetheilt von /- 
Rasr in Zeitz. Clara J. blond, wohlgenährt, jetzt 6 Jahre alt, 
die als Säugling durch sehr häufiges Verschlucken Besorgniss® 
erregt hatte, erkrankte bei herrschendem Nordostwinde 1 Jahr 
alt am heftigsten Croup, nachdem die vorhergehenden katarrhä- 
lischen Zufälle fast übersehen worden; Blutegel, Brechmittel 0. 
s. w. stellten sie unter reichlichen Krisen durch Schweiss, Stuhl 
und Auswerfen häutiger Schleimstücke vollkommen her. Nach 
einem Jahre. wurde sie, in einem dem Luftzuge sehr ausge“ 
setzten Hause wohnend, unter denselben Zufällen, abermals vom 
Croup befallen; dasselbe Heilverfahren hätte unter denselbe? 
kritischen Erscheinungen den günstigsten Erfolg. Trotz der nun“ 
mehr verdoppelten Sorgfalt der Eltern trat die Krankheit nach 
fast. einem halben Jahre von Neuem und in nicht weniger hefti- 
gem Grade’ auf, wurde aber wiederum glücklich ‘beseitigt. Nach“ 
dem sie 5 Monate ganz wohl gewesen, führte ein kurzer Auf“ 
enthalt in einer gescheuerten Stube die Krankheit wiederum her“ 
bei, die nochmals siegreich bekämpft wurde; und mit denselbeß 
Zügen, derselben Intensität, in derselben Form einer vorwalten- 
den Laäryngitis, mit demselben überraschenden Auftreten, dem 
selben Verlaufe und denselben Schrecknissen der Erstickungsg®“ 
fahr wurde das Kind, obwohl sorgfältig vor allen nachtheilige? 
Einflüssen, geschützt, und bei mit einer Flanellbinde fortwährend 
bedecktem Halse, noch 8 Mal vom Croup befallen. Obwohl 
meist plötzlicher Witterungswechsel die einzige denkbare Ursache 
war, so trat er doch einige Male auch bei echöner, warmer 
Witterung auf, aber die Heilung gelang jedes Mal so voll 
kommen, dass nie die geringste Spur eines Symptoms der Krank“ 
heit zurückblieb.. Der achte Anfall war besonders heftig und 
ürohete das Leben durch Erstickung ‘zu vernichten; das wirk“ 
samste Mittel war immer das Emeticum; es musste bisweilel
	        
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