Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

Il. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 24 
deutende Remission des Fiebers. Am 18. waren die Zeichen der 
Pleuritis fast ganz geschwunden, das Fieber war sehr mässig 
und im Urin sah man kritischen Bodensatz. Dagegen klagte aber 
der Kranke über heftige Schmerzen am rechten Arme, die. ihn 
in der Nacht keine Ruhe gelassen hatten, Der oben erwähnte 
Entzündungshof hatte sich ausgebreitet und man nahm Entzün- 
dungsgeschwulst wahr, an der bereits der Oberarm Theil nahm. 
Man setzte daher 15 Blutegel, wendete, als sie abgefallen, er- 
weichende, lauwarme Kataplasmen an und liess eine Mirt, sol- 
vens nehmen. Gegen 3 Uhr Nachmittags traten heftige Nerven- 
zufälle, oder wohl eigentlich Starrkrampf ein. Nachdem nämlich 
der Kranke einige Stunden still gewesen war und starr nach der 
Decke gesehen hatte, stellte sich unter lautem Wimmern der 
Krampfanfall ein, wobei der Kranke starr, unbeweglich und be- 
wusstlos da lag. Das stark geröthete Gesicht war mit warmem 
Schweisse bedeckt, Augapfel und Pupille der mit bläulichem 
Ringe umgebenen Augen waren starr und unbeweglich, die Re- 
spiration beschwerlich, der Puls klein, frequent, hart... Vor dem 
geschlossenen Munde stand Schaum und das fortdauernde Wim- 
mern des Kranken, der früher nie an Krämpfen gelitten, aber 
ein starker Trinker gewesen, hatte einen sehr ängstlichen Aus- 
druck, Die Geschwulst des Arms war viel grösser als am Mor- 
gen, gespannt, doch nicht sehr heiss. Man liess 10 Unzen Blut 
weg, liess 20 Blutegel setzen, ein laues Bad nehmen, Senfteige 
u die Waden legen und die warmen Umschläge fortsetzen. Etwa 
wach 20 Minuten liessen die Krämpfe nach und das Bewusstseyn 
kehrte, wenn auch nicht ganz klar, zurück. Der Kranke erhielt 
nun erst halbstündlich, später stündlich 10 Tropfen Lig. C. C. 
succ. in Fliederthee. Die Nacht darauf war sehr unruhig und 
immer waren anhaltende Delirien wie beim. Delirium tremens 
zugegen. Am 19. früh hielt dieser Zustand noch an. Der Puls 
war klein, sehr frequent, der Arm sehr geschwollen und schmerz- 
haft, auch liessen sich Unreinigkeiten in den ersten Wegen ver- 
mullıen. Deshalb, und um das Nervensystem zu erschüttern und 
zu entspannen, wurde ein Brechmittel gegeben, gegen 9 Uhr 
aber ein warmes Bad angewendet, worauf die Besinnung etwas 
besser schien. Mittags 1 Uhr wurde ein tiefer Einschnitt in die 
sehr gespannte Geschwulst des Oberarıns gemacht, um die ent- 
zündliche Spannung zu mindern und dem etwaigen Eiter in der 
Tiefe des entzündeten Zeilgewebes Ausgang zu verschaffen, wo- 
bei viel Blut verloren ging. Um 2 Uhr Nachmitiags trat Ohn- 
macht. ein und der Tod erfolgte, — Bei der Obduction am 21. 
März fand sich der rechte Arm des sehr kräftig gebauten, mus- 
kulösen und wohlgenährten Körpers in der Nähe des Ellenbo- 
gengelenkes stark angeschwollen. Die 3 des Oberarms und 4 
des Vorderarms einnehmende Geschwulst war hart, sehr gespannt 
und machte den Arm ganz unbiegsam. Der Umfang des Armes 
an der am stärksten geschwollenen Stelle war so bedeutend, dass
	        
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