Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

I Pathologie, Therapie und medieinische Klinik, 273 
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ScwWöhnlich: Das Uebel känı nur bei Mädclien vor: Einige Män! 
her dagegen litten. am Tetanus spontancus, den B. sonst noch 
nie beobachtete. Die stehende Krankheitsconstitution: war 'ent- 
Zündlich „nervös; Die am Veitstanz Erkrankten waren nicht bloss 
Mädchen in den Pubertätsjahren, sondern es ]itt auch ein 6jäh- 
tiges Kind und ein über das Pubertätsalter hinausgerücktes Mäd- 
Chen daran: Kntfernte Ursachen, Wurmleiden‘ u. dergl. liessen 
Sich nicht ermitteln; es schien ein‘ reines Nervenleiden, wogegen 
Auch Valer., bei Einigen Tinct. Strammon., bei Andern Ag. cu- 
Pri ammoniato-muriatici und blausaurer Zink heilsam waren. -— 
Den Tetanus spontaneus bekamen im März 2 Männer von mitt- 
lern Jahren.‘ Der eine war ein Valetudinarius; der oft anı Ma- 
&cnkrampfe litt, der andere ein Mann von 40 Jahren, der zwar 
Muskelstark, aber sehr reizbar war und in der letzten Zeit dürch 
Ausschweifungen und Sorgen sich geschwächt hatte. Das Uebel 
bräch nach starker- Erkältung aus, fing als Trismus «an, ging 
Nach wenigen Stunden in Steifigkeit des‘ Nackens und Opisthoto- 
nus über und tödtete am 3. Tage unter‘ epileptischen: Zufällen 
apopiektisch. Blutentziehungen, Quecksilber, Opium und Alka- 
Mina halfen nichts. Bei der Section zeigte sich der in den letz. 
ten 5 Rückenwirbeln liegende Theil des Rückenmarke erweicht, 
das übrige Rückenmark von feinen Blutgefässen geröthet und hin 
ünd- wieder mit‘ kleinen Blutextravasaten bedeckt, alle Rücken 
Märkslıäute waren stark entzündet und in der Gegend‘ der ’Cauda 
Squinag sah man blutiges Serum ausgeschwitzt. ' [Casper’s :Wo- 
Ühenschrift f. d. ges. Heilkunde, 1883, Nri 49.] : (K—e.) 
180. Zwei Fälle von Convulsionen ganz verschie: 
denen Ursprunges; von Dr. ScHteiFER zu Neuhofen.‘ Int 
Erstern Falle waren sie nach zu heroisch angestellten Aderlässen, 
im andern nach "Unterdrückung eines Wechselfiebers entstanden. 
‚= 1’Ein Mädchen ‘von 11. Jahren, schwächlich und häufig krän- 
kelnd von Kindheit an, hatte sich‘ vor & Monaten durch einen 
kalten “"Trunk bei erhitztem Körper eine‘ Krankheit zugezogen, 
Welche der herbeigerufene Wundarzt für Lungenentzündung‘ er- 
klärte, Nach acht reichlichen Aderlässen war 'die Lungenent- 
Zündung zwar gehoben, aber eine ausserördentliche ‘ Schwäche 
%ürückgeblieben. ‘Jetzt traten Bel diesem zarten und schwächli- 
Chen Subjecte plötzlich allgemeine Convulsioönen ein, die £ Stunde 
änhielten "und die‘ Sprache stammelnd und stotternd machten, 
Ein solcher Anfall kam täglich, später täglich zwei-, in den letz- 
ten Tagen sogar 4—6 Mal und wurde immer stärker, wie auch 
die Schwäche grösser und die Stimme: so schwach,‘ dass ‘die 
Kränke in den letzten‘ Tagen: keinen Laut mehr ‘hervorbringen 
könnte,‘ Drei Wochen lang hatte‘ Pat, “nichts als Moschuspulver 
erhalten, ‘aber ohne allen Erfolg, "als sie dem Berichterstatter 
übergeben ‘wurde, * Sie war gross‘, schlank, von phthisischem Ha- 
bitus, sehr abgemagert,: äusserst entkräftet und ohne Sprache. 
Die Schwäche war nicht bloss auf die Nerven beschränkt, son- 
Summarium d, Mediein, 1834. VII. 18
	        
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