Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

V. Chirurgle und Ophthalmologie, 
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fel, aber ein kleiner Theil des Scheitelbeins äusserlich rauh und 
bereits exfolürt gefunden. Die Sutura lambdoiden. war von der 
Bruchstelle abwärts bis zum Foramen lacerum auseinander ge- 
Wichen. Am hintern untern Winkel des linken Felsenbeins sah 
Man eine kleine rauhe Stelle und etwas graulichen stinkenden 
Eiter zwischen Duru mater und Knochen; doch hatte diese kranke 
Stelle nicht mehr als 4 bis 5 Linien im Durchmesser. Die ganze 
Oberfläche des grossen und kleinen Gehirns war entzündet, die 
Windungen mit geronnener Lymphe ‚bedeckt , ausserdem einige 
Unzen blutigen Wassers ausgetreten und die Blutgefässe, beson- 
ders die Venen, sehr angefüllt, auch das Innere des Gehirns 
hlutreich.. An der untern Fläche des mittlern. Lappens und der 
äussern. des vordern der rechten Gehirnhälfte, also auf der ent- 
gegengesetzten Seite der Fissur „ war die Oberfläche des Gehirns 
erweicht, bräunlich, halb faul. In den Hirnhöhlen kam, nichts 
Krankhaftes vor. Ausserdem war aber die ganze rechte Hälfte 
der Brusthöhle mit eiterförmiger , Flüssigkeit gefüllt, die Ober- 
fläche der rechten Lunge mit dicker,. gelblicher Lymphe bedeckt 
und die Lungensubstanz theils hepatisirt, theils vereitert, theils 
mit Knoten besetzt. Auch die sonst gesunde linke Lunge. hatte 
viele Knoten. Das Kapselband zwischen rechtem Schlüsselbein 
und: Brustbein war, gerrissen und dieser Theil :des Schlüsselbeins 
beweglich, doch nicht. dislocirt. _ Dieser auf gleichzeitig .mit der 
Kopfverletzung, eingetretene Quetschung. der Brust deutende Be- 
fund musste sehr befremden, da der Kranke aufs sorgfältigste 
beobachtet worden war, nie, die geringste Klage über Brust- 
schmerz geäussert, durchaus nicht an Husten gelitten und sich 
des rechten. Arms ganz wie des linken bedient hatte, Es lässt 
sich daher wohl nur annehmen, dass durch das Gehirnleiden be- 
trächtliche Verminderung der Sensibilität ‚überhanpt bedingt und 
somit das Gefühl ‚von Schmerz in der. Brust aufgehoben worden 
sey.. [Casper’s Wochenschrift f. die gesammte Heilkunde, 1833, 
Nr, 44.) ; _ 28 (K—e) 
; 161. Ohrpolyp; vom M. R. Dr. Schnemer in Fulda. Dass 
Tinet, opti croc.,, täglich einige Male eingetröpfelt, Fleischpoly- 
pen der Ohren zu schmelzen und auch ‚zu vertilgen pflegt, ist 
nichts Neues. Bei einem jungen Menschen, den S. an einem big 
fast zum Ohre herausgedrungenen Polypen behandelte, fing nach 
Eintröpfeln, dieser Tinctur ins Ohr in Kurzem der Polyp an klei- 
ner zu werden und allmählich abzunehmen. „Etwa drei Wochen 
wurde dies Mittel täglich 3 Mal zu 6 Tropfen auf den Polypen 
Scbracht, das Ausfliessen durch Baumwolle verhindert, und der 
Polyp war so verschwunden, dass sich im Tiefen des Ohrs nur 
Noch eine nadelkopfgrosse rothe Stelle fand „ unter der ‚Jedoch 
eine Arterie so stark pulsirte, dass Ss. das ätzend wirkende Mit- 
tel nicht weiter fortsetzte, Ob der Polyp. wiedergekommern ist; 
Weiss der Verf. nicht. [Clarus’s u. Racdius’s wöchentt. Beitr; z, 
med, u. -chir. Klinik, Bd. III, Nr. 10.] (K— e.)
	        
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