Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

230 . V. Chirurgie und Ophthalmologie, 
nicht. Soll jedoch die erwünschte Wirkung nicht ganz verfehlt 
werden, so darf man die Elecktricität nur einströmen lassen. W. hat 
nicht allein 1832, sondern auch früher Mehrere :an schleichender 
Metailvergiftung, z, B. an Quecksilber- und Silbervergiftung Lei- 
dende durch Klektricität ‚gründlich hergestellt, Er heilte nicht al- 
Jein solche Syphilitische, die durch Quecksilbermissbrauch alle 
Empfänglichkeit für dasselbe verloren hatten, sondern auch solche, 
wo sich Quecksilberkachexie mit Syphilis complicirt fand. Knutste- 
hende Krätze der Kupferschmiede und langsames Verdorren des 
Körpers wurde durch Elektrisiren geheilt. Auch stellte er einen 
jungen Mann, der gegen Epilepsie zu viel Lap. infern. genommen 
und ganz bleifarbig geworden war, durch 14 elektrische Sitzungen 
wieder her. Nach der 10, entstand starker Speichelfluss und leich- 
ter Durchfall und während dieser Ausleerungen nalım der Körper 
altmählich seine frühere Farbe an. {Clarus’s u: Radius’s wöchentl!. 
Beitr, z, med. 4, chir. Klinik, Bd. 38, Nr. 9.) (K—e.) 
Y. CHIRURGIE und OPHTHALMOLOGIE. 
160. Tödtliche Kopfverletzung mit einer merk- 
würdigen Complication; vom Medieinalrath Dr. UiLricH in 
Coblenz. Kin 21jähriger betrunkener "Töpfergeselle wurde am 
20. Apr. v. J. von einem ‚schnell fahrenden Wagen überfahren 
und erhielt dabei eine Kopfverletzung am linken Scheitelbeine, 
Nach Erweiterung der Wunde sah man am hintern Theile des 
Scheitelbeins eine in. die Lambdanaht übertretende Fissur, aber 
keinen Knocheneindruck, — Ehe der Verletzie in’s Spital kam, 
war schon ein Aderlass gemacht worden, auch hatte man kalte 
Umschläge und kühlende Abführmittel angewendet. Nachdem der 
Kranke seinen Rausch ausgeschlafen hatte, zeigten sich durch- 
aus keine Symptome eines hedeutenden Gehirnleidens: der Kopf 
schmerzte nur etwas, weshalb Blutegel gesetzt wurden. Am 30. 
April schien die Prognose die günstigste, Nach 10 Tagen je- 
doch, während welcher. der Kranke anscheinend ganz munter ge- 
wesen und im Zimmer herumgegangen war, kehrte der Kopf- 
schmerz wieder, der Puls wurde gereizt und der Appetit war 
weniger gut. Am 13. Mai wurden daher von Neuem Blutegel 
und kalte Umschläge angewendet, auch Glaubersaiz gegeben, 
doch liessen die Sympteme nicht nach. . Tags darauf trat eine 
kurze Ohnmacht ein, der Kopfschmerz wurde heftiger, der Puls 
sehr häufig, fast zitternd, und so nahmen die Zufälle trotz 
aller Mittel bis zum 22. Mai zu, wo der Kranke ‘starb, nach- 
dem sich mehrere Tage vorher Gesichtsgeschwulst und Delirium 
eingestellt hatte. Ausser Kopfschmerz hatte er nie über etwas 
geklagt. Bei der Section wurde an der Brochstelle ders Schä- 
dels weder Kuocheneindruck, noch Abtrennung der innerg Ta-
	        
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