Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

218 111. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik; 
gehreiteter Lage der Milz waren diese Querrisse ungefähr + Zoll 
breit, drangen aber nicht tief in die Substanz. Auf dem abge- 
rissenen Stücke, das genau anf eine des Ueberzugs mangelnde 
Stelle am innern und, untern Theile der Milz passte; sah man 
eine längliche, taubeneigrasse, dunkelgrüne Stelle, auch fand sich 
ein ähnlicher grüner. Fieck am untern und änssern Rande der 
Milz. Im zerrissenen Gewebe erschienen unzählige kleine Blut- 
coagula, womit vorzüglich der abgerissene Lappen ‚reichlich be- 
deckt war. Die Leber war völlig gesund, die Gallenblase leer, 
weiss. Magen und Gedärme leer, ohne injicirte Gefässe, Pan- 
kreas, Nieren und Harnblase normal. Der Tod war sonach ein- 
zig und, allein in Folge von Verblutung aus der zerrissenen Milz 
eingetreten, Da bei stets ungestörter Respiration des Kranken 
und bei Ermangelung aller von Störung des allgemeinen Kreis- 
laufes herrührenden Symptome in der Brusthöhle nichts Krankes 
zu erwarten war, blieb dieselbe uneröffnet. — Wahrscheinlich 
hatte Vergrösserung und vielleicht auch Erweichung der Milz 
schon lange bestanden und bei Blutüberfüllung dieses mürben 
Organs war schwache Erschütterung beim Reiten nur als eine 
der leicht gegebenen Gelegenheitsursachen der Ruptur zu be- 
trachten. Früher war der in Rede stehende Kranke häufig und 
anhaltend geritten, ohne je über schmerzhafte Empfindung im 
Unterleibe zu klagen, und dies, und dass die Vergrösserung der 
Milz bei gleichzeitiger Erweichung und bei feiten Bauchbede- 
ckungen durch’s Gefühl nicht unterschieden werden konnte, ., so 
wie Ausbleiben jeder Functionsstörung. der Unterleibsorgane wa- 
ren die Ursachen, dass das Uebel nicht beim Leben erkannt wor- 
den war. Vor der Zerreissung musste übrigens der Blutandrang 
nach der kranken Milz ungemein heftig gewesen seym, da ein 
Stück derselben durch das Blut ganz los und zwischen Mastdarm 
und Harnblase tief in’s Becken hinab gepresst worden war. 
[Casper’s Wochenschrift für. die .gesammte Heilkunde, 1883, 
Nr. 42.] (K—e.) 
‚142. Merkwürdiger Fall; in welchem der Mast- 
darm die Function derHarnbliase, anfangs zum Theil, 
zuletzt ganz, vicarirend übernahm; von Dr. Torr. Das 
betreffende Individuum war. aus höherem Stande, 73 Jahre alt, 
in früherer Zeit der Venus und bis zu seinem Tode dem Bacchus 
ergeben und hatte. bedeutende Varices am After mit den gewöhn- 
lichen Beschwerden, namentlich beim Stuhlgange, Der Kranke 
gebrauchte Hausmittel, zog einen Wundarzt zu Rathe; allein seine 
Dysurie ging in Strangurie über und statt des Kothes ging der 
Harn tropfenweise und unter den heftigsten Schmerzen per anıum 
ab. Als Berichterstatter den Greis salı , war dieser sehr schwach, 
schlief wenig, hatte viel Beängstigung, Herzklopfen und war 
ohne Appetit; der Harn ging mit wenigem, breiartigem Kothe 
gemischt und ausserdem noch täglich 2—3 Mal ungemischt. und 
tropfenweise aus dem nrit Varices besetzten After ab. In der
	        
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