Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

216 HL . Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
Verbreitung und Zunuhme entweder den Schenkel- oder den 
Hüftnerven afficirt. ‚Je näher das ursprüngliche Uebel einem der 
beiden Nerven, um so früher nimmt letzterer Antheil und desto 
früher erscheint der Schmerz. Auch.stimmt sein Grad mit dem 
Grade des Ergriffenseyns des nahen Nerven überein.: Der Sitz 
dieses entfernten Schmerzes erscheint stets. an den Verzweigun- 
gen der ergriffenen Partie des Nervens: also am obern Knie; 
wenn der Schenkelnerve an dem Leiden Theil nimmt; in der 
Wade, oder an der Ferse, am Fussrücken oder an den Zehen, 
wenn eine ’oder die andere Partie des. Hüftnerven in Mitleiden- 
heit gezogen wird. Der entfernte Schmerz fehlt, wenn das ur- 
sprüngliche Uebel von jenen Nerven entfernt sitzt oder dasselbe 
noch keinen Nerven ergriffen hat. — Die Unbeweglichkeit 
des Hüftgelenkes, welche leicht den Verdacht auf eine An- 
chylose giebt, welche noch nicht besteht, wird dadurch bewirkt, 
dass die Anschwellung des Zeilgewebes in. der Nähe des Hüft- 
gelenkes eine wenig nachgiebige Verbindungslinie zwischen dem 
Halse des Schenkelknochens und dem ungenannten Beine bildet 
Liegt der Kranke auf dem Rücken, so sieht man, dass sich 
hei der Beugung des kranken. Schenkels auch der obere vordere 
Darmbeinstachel der g_aunden Seite erhebt, während der Schen- 
kel dieser Seite ruhig liegen bleibt; dass bei der Streckung des 
kranken Schenkels auch der hintere Rand des Darmbeinkammes 
der gesunden Seite sich erhebt, ohne die. Stellung seines kran- 
ken Schenkels zu ändern; dass bei Zuziehung des kranken Schen- 
kels die gesunde Hüfte sammt dem: Schenkel aufwärts gezogen, 
hei Abziehung desselben aber abwärts gesclioben wird. Wenn 
man ungewiss ist, ob der kürzere oder längere Schenkel der 
leidende Theil ist, so führt jene Unbeweglichkeit zur richtigen 
Diagnose; denn an der gesunden Seite lässt sich der Schenkel 
nach jeder Richtung bewegen, ohne dass die Lage des Darm- 
beines und des ganzen Beckens im geringsten verändert wird, 
was bei den Bewegungen des Schenkels der leidenden Seite nicht 
der Fall ist. [Med, Jahrb. d. k. k. österreich. Staates, Bd, 14, 
St, 1.] '(V—t) 
141. Plötzlicher Tod durch Zerreissung der Milz; 
mitgetheilt von Dr.‘ Meissner ‚in Leipzig. Ein 36jähriger Mann 
von untersetztem, 'kräftigem Körper, atrabilärer Constitution und 
phlegmatischem Temperamente hatte sich immer einer trefflichen 
Gesundheit erfreut und war nur ein Mal, und zwar vor 6 Jah- 
ren, wegen Blutbrechens genöthigt gewesen, ärztliche Hülfe zu 
gebrauchen, Da er vor demselben durchaus keine Beschwerden 
gehabt hatte, auch sich schon 2 Tage danach wieder ganz wohl 
fühlte, war er nur durch Mühe zu bewegen, den künstlichen 
Karlshatler Mühl- und Neubrunnen 4 Wochen zu benutzen. Da 
die Untersuchung des Unterleibes über die. Ursache dieses Ue- 
bels nicht die geringste Nachweisung gab, ‚auch das Befinden 
nach jenem Zufalle 6 Jahre in jeder Hinsicht gut war, go glaubte
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.