Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

VI. Staalsarzneikunde. 
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die medicinische Polizei weder Furcht einjagen, noch die Erwerbs- 
verhältnisse der Landeseinwohner und Krsparung unberücksichtigt 
lassen. — ‚6) Sie muss bei drohender Gefahr und schon vor der 
Wirklichen Erscheinung der Seuche im Lande eine Vereinigung der 
Aerzte des Landes veranstalten und sie veranlassen, sich beim Aus- 
bruche der Seuche gegenseitig zu unterstützen , sich ihre Beobach- 
tungen und Erfahrungen mitzutheilen u. 8. w. — 7) "Alle gericht- 
liche und polizeiliche Behörden jedes Ortes müssen die Bemü- 
hungen der Aerzte auf alle Weise unterstützen. — 8) Es sind 
bei Zeiten Maassregeln zu treffen, ‚damit es während der Seu- 
Che nicht an Krankenwartung fehlt; und, dass diese gut ist. — 
9) Eben so darf es nicht au hinlänglichen und guten Nahrungs- 
Mitteln nnd Getränken fehlen. — 10) Die Apotheker müssen gehöri- 
gen Vorrath der benöthigten Arzneien anschaffen und diese schnell 
verabfolgen lassen. — 11) Durch möglichst baldige Bekanntma- 
chungen muss der Gesunde belehrt werden, wie er sich gegen 
die Seuche schützen kann, und der Kranke, wie er dem Arzte 
in.die Hände zu arbeiten hat. — 12) Endlich muss auch an- 
geordnet werden, wie nach dem Tode des Kranken mit dem 
Leichname: und dessen Beerdigung verfahren werden soll, damit 
nichts zur öffentlichen Vorsorge Nöthiges versäumt, aber auch 
Dichte Ueberflüssiges und Unnöthiges, oder, wohl gar Abschre- 
tkendes weder verlügt, noch zugelassen werde, [WFüdberg’s Ma- 
gazin f. d. gerichtl. Arzneiw. , Bd. 2, Hft. 1.] (V—t.) 
130. Welche von den gemachten Eintheilungen 
der Gifte ist behufs der gerichtlichen Arzneiwis- 
Senschaft für die brauchbarste zu erkennen? Soll die 
Eintheilung der Gifte für den gerichtlichen Arzt brauchbar seyn, 
80 muss sie nicht nach der Tödtungsart, sondern nach der Wir- 
kungsart, welche. die Gifte auf die Organe des Körpers durch 
Sewisse, davon unzertrennliche, sinnlich wahrnehmbare Erschei- 
Nungen an und in dem menschlichen Körper zu erkennen geben, 
gemacht werden. Bei dieser Eintheilung dürfen nur solche Gifte 
berücksichtigt werden, welche zu gerichtsärztlichen Untersuchun- 
gen Veranlassung gebem Ferner müssen, wegen einzelner vor- 
kommender Erscheinungen, nicht gleich verschiedene Wirkungs- 
arlen angenommen und die Classen deshalb nicht vervielfältigt 
Werden; denn solche ‚ Vorkommenheiten häugen oft von dem 
Grade der Vergiftung, von der chemischen Verbindung, von der 
Mischung der Stoffe, von Idiosynkrasie u. 8. w. ab; die unnös 
thige Vervielfältigung der Classen der Gifte aber erschwert dem 
Eerichtlichen Arzte die Untersuchung, oder macht sie gar wohl 
ünmöglich, da jene Classen um so leichter in’ einander fliessen. 
Sonach. kann unter allen bisherigen Eintheilungen (deren Verf. 
aus den ‚Schriftstellern 35 verschiedene Arten anführt) der Gifte 
die in scharfe, in betäubende und in austrocknende 
für die richtigste und brauchbarste erkannt werden. "Tadel ver- 
dienen daher die verschiedenen Eintheilungen von Giften, wel-
	        
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