Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

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V. Peychiatrie. 
Gesichtslage bestätigten. — Eine Gesichtslage, wo, wie hier , die 
Wände des Uterus nicht den Mund des Kindes decken und zu- 
sammendrücken, dürfte wohl die einzige seyn, die den Vagi- 
tus uterinus zulässt und begünstigt, wenigstens nach dem Sprunge 
der Blase, Kin anderer aus diesem Falle hervorgehender Satz ist 
der, dass der Vagitus uterinus nur bei schwachem Wehendrange 
wahrgenommen wird und zwar weil hier die Wand des Uterus sich 
weniger fest um den Rumpf zusammenziehen und so die Ausdeh- 
nung des Brustkastens beim Schreien nicht hindern kann. — 
Sollte vielleicht im mitgetheilten Falle Mangel an Fruchtwasser 
zwischen Eihaut und Gesichte des Fötus neben vorhandener Lage 
des Kindes den Vagitus uterinus begünstigt haben? {[Medicin. 
Zeit, vom Vereine für Heilkunde in Preussen , 1838, Nr. 44.] 
(K—e.) 
V. PSYCHIATRIE 
127. Blödsinn (anoea),in Folge eines Anfalles von 
Manie, verbunden mit Hemiplegie; von Dr. E. A. Torr 
zu Ribnitz. Kin Plethoricus von 60 und etlichen Jahren wurde 
toll. Er ergriff eine ihm nahe stehende Axt, um einen in der 
Stube befindlichen Kasten zu zertrümmern,' und, als er hieran 
verhindert wurde, versuchte er selbst seine Frau todtzuschlagen. 
Dabei war er so tobend, dass vier Männer ihn kaum zu bändi- 
gen vermochten. Aderlass, 20 Blutegel an die Schläfe gesetzt, 
die ScHmucKER’schen Umschläge auf den Kopf, innerlich kühlende 
Getränke, Kali nitr. und Natr. sulphur. verscheuchten die Zei- 
chen von Manie; allein die innere Unruhe blieb, wie auch der 
volle Puls, weshalb. die ‘Ag. oxumurietica mit Ag. und Syrup. 
Rub. Id. gegeben wurde, Den vierten "Tag der Krankheit kam 
der hinkende Bote nach: die rechte Seite war gelähmt: Der 
Kranke schien nuh Bewusstseyn zu haben, in so weit es Befrie- 
digung thierischer Bedürfnisse betraf: reines Vegetiren, gei- 
stige Nullität. Die Thätigkeit der Hant und der, in den 
äussern Muskeln sich verbreitenden Nerven (rechter Seits) lag 
ganz darnieder, und die Gehirnthätigkeit war bis zu Null deprimirt. 
Dies war der Ausgang der nicht geheilten Manie, also eine Art 
Metaschematismus, Es wurde nun die gelähmte Seite mit Spi- 
ritus Serpylli, camphoratus , Rorismar. ‚8 Tinct. canthar. gewa- 
schen, mit Blasenpflastern belegt, mit Ung. Tart. stib. einge- 
rieben; es wurden trockene Schröpfköpfe und andere, äussere 
und innere Reizmittel zu Rathe gezogen, aber alles vergebens. 
Dahingegen war eine Einreibung von Phosphor, in Leinöl aufge- 
löst, hinreichend, die Hemiplegie innerhalb dreier Wochen zu 
heben, so dass der Kranke zum völligen Gebrauche seiner Glied- 
maassen gelangte. Der Blödsinn dauerte fort und wich keinem 
Mittel. [Horn’s Archiv, 1833, Juli, August.) (V—t.)
	        
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