Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
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nach Abortus; von GERreon. Eine 3öjährige , zarte Dame, die 
Schon mehrmals geboren und abortirt hatte, erlitt nach dem drit- 
ten Monate der vierten Schwangerschaft leichte Mutterblutflüsse 
und kam nach dem vierten Monat mit einem bereits faulen Em- 
bryo nieder. Die Placenta blieb zurück. Die Frau erholte sich 
bald. Fünf Wochen nach dem Abortus «stellten sich nene We- 
hen ein und drängten den frischen Mutterkuchen nebst den. an- 
hängenden Häuten unter starkem Blutverluste mit wiederholten 
Ohnmachten heraus. Die Lochien dauerten einige Tage fort, und 
die Kranke wurde endlich wieder hergestellt. — Kine Uhtersu- 
chung am 15. Tage nach dem Abortus gab keine Auskunft über 
die Nachgeburt, die man für mit der Frucht zugleich abgegan- 
gen hielt. 2) Zurückgebliebene Nachgeburt; mitgetheilt 
von Dr. Taevissen zu Erkelenz am Rhein. 'T. entband nach 
Stägiger Geburtsarbeit eine Frau mittelst Zange. Als dies ge- 
schehen, stellte sieh krampfhafte, die Nachgeburt 4 Tage zurück- 
haltende Verschliessung des Muttermundes ein, die erst nach 
zweimaligem Gebrauch einer Mixtur aus Borax, Opium und Aeth. 
sulph. und ähnlichen Mitteln wich, worauf die Nachgeburt olıne 
Blutverlust und anderen Nachtheil abging. — 3) Placenta 
adnata; mitgetheilt vom Kreisphysiens Dr. Anprag. Bei schwie- 
riger, grossen Theils gelingender Lösung einer mit dem Uterus 
total verwachsenen Placenta wurde die Wöchnerin plötzlich von 
Convulsivischem Zittern, Schüttelfrost , kalten Schweissen und sol- 
Cher Ohnmacht befallen, dass man an ihrem Aufkommen zweifelte. 
Wiederbelebungsversuche gelangen indess bald. An-völlige Ent- 
fernung der Placenta war aber nicht zu denken, was jedoch so 
wenig nachtheilige Folgen hatte, dass die Frau nach 14 Tagen 
sich wieder ganz wohl hefand. — 4) Tod wegen nicht ent- 
fernter Nachgeburt; von Dr. Susewryo in Lutzerath, S, 
wurde zu einer kleinen schwächlichen Frau am 5. Tage nach 
der Entbindung gerufen, um die noch nicht entfernte Placenta 
zu lösen. Die Frau lag im heftigsten Fieber, delirirte, der Puls 
wär unzählbar, die Zunge trocken, eingerissen, und Alles deutete 
auf ausgebildetes Faulficber. Die fast ganz aufgelöste, faule 
Placenta wurde entfernf, und man gab die geeigneten Mittel, doch 
starb die Frau schon nach 36 Stunden, die wohl erhalten wor- 
den wäre, wenn man die Placenta: zur gehörigen Zeit gelöst 
hätte, — 5) Ein ähnlicher Fall; mitgetheilt von Dr. OneRsTAEDT 
zu Remagen. Eine Frau, die abortirt hatte, zog, da sie dies 
dem ‘Manne verhehlen wollte, nicht einmal eine Hebamme hinzu. 
Als 0. am 4. Tage verlangt wurde, war der Zustand schon so, 
dass, obgleich die faule Placenta gleich entfernt wurde, der Tod 
Noch an demselben Tage eintrat. [Casper’s Wochenschrift ‚für 
die ges. Heilk., 1833. Nr. 47.) (K—e.) 
125. Ueber die Ursachen der verspäteten Gebur- 
ten und die Möglichkeit der Dauer der Verspätung. 
Die Erfahrung aller Zeiten und Orte spricht dafür, dass die Ge -
	        
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