Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

140 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik; 
zurück und wollte dem künstlichen Kreuzbrunnen nicht weichen. 
Vebrigens ist Patient wohlgenährt, munter aussehend und hat 
über nichts weiter zu klagen. Der Marn, den er seit dem Be- 
ginn jenes Uebels lässt, sieht stets hellgelb, zuweilen wasser- 
hell, ist ohne allen Bodensatz und ohne allen Geruch, nachdem 
er 6 Tage gestanden haite. Am Ende dieser Mittheilung aber 
heisst es, dass der Harn auch sehr häufig dunkel gefärbt sey 
und gleich anfangs‘ urinös rieche, ohne dass dies mit dem Schwi- 
tzen ia Wechselwirkung stände. Eine chemische Analyse‘ des 
Harns gab keinen Ausweis. (Fortsetzung folgt). [Horn’s Ar- 
chiv, 1833, Juli, August.) Sn (V—t) 
98. Ueber die epidemische und die eymptomati- 
sche Parotitis; vom Prof. Dr. Naumann in Bonn. Meist be‘ 
trifft bei Parötitis die Geschwulst die Ohren- und Kinnbacken- 
drüse der einen Seite zugleich; bisweilen nehmen auch Unter- 
zungendrüse und Mandeln an derselben Antheil. Die Symptome 
der Krankheit bieten in den einzelnen Epidemieen‘ manche Ver- 
schiedenheit; Der gewöhnliche Verlauf ist folgender: man beob- 
achtet die meist auf den Abend beschränkt bleibenden Erscheinun- 
gen eines schwachen Katarrhalfiebers. Die Patienten sind zum 
Frösteln geneigt und klagen über Schauer mit unterlaufender Hi- 
tze, vage Gliederschmerzen und Ermüdung. Bisweilen fehlt das 
Fieber ganz, oder verräth sich erst am 3., 5., oder %. Tage 
durch‘ schwache Spuren. In einzelnen Fällen, ja in ganzen Epi- 
demieen kann es aber auch ziemlich heftig, und durch bedeutende 
Abendexacerbationen ausgezeichnet, auftreten. Manchmal bemerkt 
man am 3. Abende besonders auffallende Zunahme des allgemei- 
nen Unwohlseyns, mit stärkerem Frost und Hitze, worauf je- 
doch, bei normalem Verlaufe, ruhiger Schlaf folgt. “Gastrische 
Erscheinungen gesellen sich, wenn nicht‘ Complicationen sich 
vorfinden, nur zu schwereren Fällen, wo man dann Angst, Un- 
rohe und galliges Erbrechen wahrnimmt. Bisweilen ging sogar 
mehrtägiges, sehr heftiges Erbrechen vorher, auch‘ erschienen, 
bald nach dem Anfange der Krankheit, heftiger, spannender Kopf- 
schmerz und Delirien; doch gehören diese Fälle nur zu den Aus- 
nahmen. Manche leiden zuerst an Steifheit und Schmerz ein- 
zeiner Hals- und Nackenmuskeln,. in deren Verlaufe Einige so- 
gar einen gewissen Grad von Geschwulst sahen. Der Uuterkie- 
fer ist gleichsam eingeschlafen, und in.der Gegend der Gelenke 
desselben klagen Viele über stümpfen Schmerz, auch kommt 
Schwierigkeit beim Kauen‘ und wohl auch beim Schlucken vor. 
Die Bewegungen der Unterkinnlade können so schmerzhaft wer- 
den, oder die Tonsillarbräune wird so intensiv, dass der Mund 
kaum geöffnet werden kann. In einzelnen Fällen begann das 
Uebel mit Oedem des Halses, und mehrmals würde mit der Drü- 
senanschwellung eine‘ von dumpfem Drucke begleitete‘ Auftrei- 
bung des Samenstranges wahrgenommen, an der nicht immer die 
Hoden Theil nahnten. — Die Anschwellung der Ohrendrüse wird
	        
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