Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

ı Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 133 
Kalomel liess man fortnehmen. Gegen Morgen Kehrte die Kör-: 
Perwärme und das Bewusstseyn zurück und die Kranke besserte 
sich allmählich bis zur Genesung. Die Kranke war ‚eine Hyste- 
Fica; ihren Zustand hielt Verf,, der als Consiliarius zugerufen 
war, für spastisch-nervös und er war auf eine merkwürdige Weise 
in eine Peritonitis acutissima übergegangen. „Die anschei+ 
nend grosse Gefahr war fast noch rascher vorübergegangen, als 
sie eingetreten war, —, . Eine Erstgebärende überstand eine. un 
endlich schmerzhafte künstliche Entbindung ‚von einem todten 
Kuaben, Die ersten 24 Stunden nach derselben boten .hichte 
Bemerkenswerther dar, als Schmerzen im Kreuze und sehr ge- 
schwöllene Genitalien. , Den ‚zweiten Tag stellte sich ein Frösteln, 
dann etwas trockne Ilitze und bald darauf ein mässig warmer 
Schweiss ein. Dazu gesellte sich Kopfschmerz, Spannung im. 
Unterkeibe und Drang zum. Harnen. Der Puls war weich und 
schlug 95 Mal. Die Lochien flossen. normal, die Brüste beharfr-, 
ten noch in Unihätigkeit. Den dritten Tag hatte die ziemlich 
muntere Wöchnerin, breiartige,. später flüssige, dunkelgefärbte, 
übelriechende Stuhlausleerungen ‚gehabt und fieberte mehr, ‚in 
Volge einer entzündlichen Reizung der, bei der Entbindung sehr 
angestrengten Geschlechtstheile, Man verordnete eine kühlende 
Mixtur, Hafergrütztrank und Salepdecoct. ‚Patientin hatte im 
Verlaufe des Tages immer noch einige fäculente Massen ausge- 
leert; von 3 Uhr Morgens an über Üebelkeit geklagt; zwischen 
4 bis 5 Uhr einige Male Schleim ausgebrochen, sich aber übri- 
gens bis 5 Uhr Abends ziemlich woh]) befunden... Hier aber än- 
derte sich die Scene plötzlich: die Wöchnerin klagte über Be- 
ängstigung, athmete mit Beschwerde, Gesicht und Hände wurden. 
kalt und mit klebrigem Schweisse bedeckt, und sie sank. unter 
Fortgang der blutigen Lochien ‚binnen wenigen Stunden dem Tode 
in die Arme. Eine so über alle ‚Beschreibung ‚schwere ‚und 
schmerzhafte Entbindung . mittelst der Zavge, konnte, leicht ein 
solches Puerperalfieber erregen, dessen schneller Ausgang 
durch Lähmung und Brand bedingt wurde. —. Ein. Kind war 
von einer gesunden Amme 9 Monate genährt, worden, als es Er- 
brechen und Durchfall bekam. Das . Ausgebrochene- war dünn 
und gekäst, wie bei gesunden Kindern; der. Durchfall war mäsg: 
sig, und dennoch fanden sich bald Zeichen. von Erschöpfung ein. 
Das Erbrechen wiederholte sich nach. jedesmaligem. Nehmen der 
Brust und minderte sich heim Niederlegen.. Das Kind hatte Durst, 
war unruhig und Geberte, . verfiel, zusehends und, trotz der Be- 
uneuchkeit der Extremitäten, waren die Glieder erschlafft.. Der 
lick war matt und starr, die Augen eingefallen, mit dunkelgrü- 
nen Höfen umgehen. . Leichtes Erbrechen ung ‚grünliche Stühle 
erfolgten in 24 Stunden wohl $Malz abwechselnd trat, Sopor ein, 
Sure und ausdrucksloses. Hinbrüten ‚u. 8. w, und am 33. Tage 
ie Tod. Man hatte Blutegel, warme Bäder, verschiedener Qua- 
tät, Einreibungen, Fomentationen, kalte Kopfumschläge, Mw-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.