Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

106 IV. Chirurgie: und Ophihalmologie. 
liche: Cystitis und Urlnbeschwerden. entstanden waren. Er fühlte 
immer den Drang zum Uriniren, hatte aber kaum angefangen, 
als auch schon der Strahl, wahrscheinlich durch den vorfallenden 
fremden Körper, unterbrochen wurde. Nachdem der Chirurg die 
Entzündung bekämpft, euchte er die Urethra mit den bekannten 
Mitteln zu erweitern, setzte aber diese Bemühungen nicht fort, 
aus Furcht, die Entzündung wieder hervorzurufen und. dem frem- 
den Körper Zeit zu lassen, sich mit einer Kruste phosphorsau- 
ren Kalkes zu umgeben. Daher erfand er ein Instrument, wel- 
ches Aehnlichkeit mit der HusTER’schen Zange: hat, und aus einer 
S förmigen, blechernen Sonde besteht, die an beiden Enden ge- 
öffnet ist. Das innere Ende ‚überragen zwei, bei der. Vereinigung 
einen stumpfen Ring bildende Siahlbaken, weiche zwei elastische 
Stahlstiele so an dem Stabe in der Sonde festhalten, dass, wenn 
letztere vorgeschoben wird, die. Haken sich. öffnen und beim 
Zurückziehen wieder söhliessen.. — Kr liess aua den Kranken 
einige Gläser Tisane trinken,. um die Blase durch Urin ‚ansge- 
dehnt zu haben; brachte dann das Instrument..mit Leichtigkeit 
ein. und stiess: den Stab. (mandrin) vor, worauf der Urin in 
einem starken Strahle heraus schoss, aber. auf einmal aufhörte, 
weil der fremde Körper durch den Strom des. Urins zwischen 
die geöffneten Haken gespült worden war. Der Stab ward nun 
zurückgezogen, und da dies mit einiger Schwierigkeit verbunden 
war, so musste der fremde Körper gefasst seyn. . Durch kräfti- 
ges Ziehen wurde nach und nach das Instrument heraus gebracht, 
und mit ihm zum Erstaunen des Operateurs nur, eine halbe Bohne. 
Die . andere Hälfte ward mit gleicher Leichtigkeit erfasst und 
eben 80, ohne grosse Schmerzen für den Kranken, ausgezogen. 
Der Kranke hatte an keinen. unangenehmen Folgen. zu leiden. 
Die ausgezogene Bohne war von der grössten Art, sehr ange- 
schwoilen, und, obgleich die Deckhaut trocken und pergament- 
ähnlich war, schon mit phosphorsaurem Kalke. bedeckt. . Sie war 
wahrscheinlich durch den starken Zug nach dem Erfassen vom 
Druck geplatzt. [Annali universali di Medicina Mai und Jun. 
1833.] (Fr) 
81. Die Wiederanheilung eines zum Theil zer- 
schmetterten, und bloss durch ein linienbreites Hautstückchen 
noch anhängenden Fingers gelang bei einem Jäger, welchem seine 
mit Posten geladene Flinte losging, während er die Finger der 
linken Hand über die Mündung des Gewehres gelegt hatte. Der 
Schuss traf den Zeigefinger, 80 dass das Gelenk zwischen der 
zweiten und dritten Phalanx und noch die Hälfte beider Knochen 
weggerissen wurde. : Der noch übrige Theil der dritten Phalanx 
wurde erhalten, der Finger selbst jedoch blieb verkürzt und steif. 
— Nicht weniger bemerkenswerth ist eih Fall, wo ein Mühlbur- 
sche in einer Bretschneidemühle mit der rechten Hand in die grosse 
Säge gerieth, so dass die Handwurzel in die Quere von 
aussen nach innnen bis über die Hälfte durchgesägt
	        
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