Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

104 IV. Chirargle und Ophihalmologie. 
fort über Schmerz in’ der Brust, kurzen Ailhmen, Husten und 
Herzklopfen; der fast natürlich frequente, gleiche und weiche 
Puls liess aber durchaus, nicht auf Aneurysma "schliessen.. Bis 
im Winter 1831 änderte‘ sich‘ der Zustand fast gar nicht; um 
diese Zeit aber vergrösserte :sich die Geschwulst, welche äus- 
sere Druckvorrichtungen durchaus nicht vertrug, und ausser der- 
selben entstand noch etwas höher’eine zweite, die bald am Um- 
fange zunahm, woräuf- sich nach einiger Zeit beide Geschwülste 
vereinigten. Das Brustleiden wurde bedenklicher,- die‘ Kranke 
fing an Kiter auszuspucken: und im Mai 1832 kamen Zufälle von 
Brust - und Herzbeutelwassersucht hinzu, unter denen am 18. 
Mai die Frau verschied. — Als man die ‘ ziemlich stark ‘abge- 
magerte Leiche untersuchte, fand man die Geschwulst im Brust- 
beine eingefallen und fühlte mit dem Finger 2 durch eine Spalte 
vereinigte Oeffnungem‘ Die: harte Hirnhaut war weiss, blass, die 
weiche stark zinnoberroth und veilchenblau von den -strotzend 
vollen Blutgefässen, und zwischen beiden Häuten, so wie in den 
Seitenkammern stiess man auf viel Wasser. Nach Wegnahme 
des Brustblatts von oben nach abwärts sah man, dass der Herz- 
beutel eine ganz eigenthümliche Lage hatte und mit der Oeff- 
nung des Brustbeins nicht übereinstimmte. ‘Tief in der linken 
Seite der Brusthöhle lagen nämlich Herzbeutel und Herz und 
eine grosse, fremdartige Geschwulst passte auf die Oeffnung: im 
Brustbein, Der blasse: und vom Fette etwas gelbe und dünne 
Herzbeutel enthielt gegen 9 Unzen gelbey klare Flüssigkeit. Das 
Herz war gross, aber derb.‘ Nachdem der Herzbeutel eröffnet 
worden war, bemerkte man deutlich, dass eine ausserordeniliche 
Ausdehnung der Aorta am aufsteigenden Bogen die Geschwulst 
im Brustbeine gebildet hatte.- Die linke Lunge adhärirte rück- 
wärts mit dem Brustfelle und hier fand sich eine Vomica; die 
rechte war frei; in beiden Brasthöhlen aber stagnirte: etwas Was- 
ser. Dasselbe war auch in der Bauchhöhle der Fall, wo die 
dünnen Därme hin und wieder roth gestriemt, die übrigen Theile 
aber gesund waren. Die innere Fläche der vom Becken aus ent- 
zwei geschnittenen Aorta war theils weissgelb, theils dunkelroih, 
Am stärksten war die Röthe in der Gegend der Eingeweidepuls- 
ader; nach aufwärts gegen den Anfang des :absteigenden '"Thei- 
les aber verlor sie sich. Von hier bis zum aufsteigenden Theile 
hildete die Aorta einen grosser, bis‘ zur Grösse einer Kinder- 
haube ausgedehnten aneurysmatischen Bogen. In der linken Seite 
lag die aneurysmatische Aorta am Halse zweier Rippen, und hier 
waren sowohl diese, als die zwei angränzenden Wirbelkörper wie 
cariög ausgehöhlt,‘ Der aufsteigende Theil der Aorta zeigte nebst 
der Ausdehnung gelbe, kalkartige Incrustationen und der Bogen 
2 Löcher, von denen eins rechts lag und‘ gegen das’ Brustblatt 
mündete, das zweite aber links an den cariösen Rippen und Wir- 
beikörpern sich fand. An den Knochenstellen,- wo ‘sich ı diese 
Oeffuungen hin erstreckten, lagen theils dicke, schon lrautartige
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.