Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

102 IV. Chirurgie und Ophthalmologie. 
musste. Well die Schlagader nalıe an der Achselhöhle bloss zu 
legen war, bezeichnete sich H. den Verlauf derselben etwas, 
machte eine Hautfalte,. schnitt diese. durch und verlängerte auf 
der Hohlsonde die Wunde auf - und abwärts. Dann löste er 
von den Seiten die Haut vom Zeilgewebe und liess mit stum- 
pfem Haken dieselbe auseinanderziehen , , worauf er die Muskel- 
scheide spaltete und mit dem Finger. die deutlich zu fühlende 
Armschlagader aufsuchte, Als aber mehr Raum geworden war, 
wurde durch hohe Lage der aneurysmatischen Geschwulst und 
durch sonderbares Spiel eines Muskelbündels. eine solche. Ver- 
wirrung der Theile sichtbar, dass es schwer hielt , die einzel- 
nen Theile genau zu unterscheiden. An der innern Seite der 
Wunde lag zuerst ein Muskelbündel mit ‚sehnichtem Ueberzuge, 
woran deutlich Pulsation zu sehen war, und erst nach Losma- 
chung desselben zeigte sich tief, nahe ‚am Knochen, die Arm- 
schlagader. Als H. über dieses Hinderniss. hinweg war, löste 
er die Vena basilica von der innern Seite ab, kam aber wieder 
auf verwirrte Lage des Median- und Ellenbogennervens. Auch 
diese bemühte er sich nun. von den Arterien zu lösen, konnte 
aber dies wegen der gezwungenen Stellung nicht mehr ganz durch- 
führen. Auch, der Kranke wurde der unbequemen Lage wegen 
unruhig, und wenn. er sich verdrehte, konnte die überall ge- 
löste, nicht mehr so deutlich pulsirende. Armschlagader nur sehr 
schwer von den übrigen Theilen unterschieden werden. Lag er 
jedoch ruhig, so war dies eher möglich, und nachdem sie H. 
ausgemittelt , schritt er zur Unterbindung. Er brachte zu dem 
Zwecke die silberne Arteriennadel mit dem Fadenbändchen unter 
das Gefäss und schürzte den Knoten, drückte aber, ehe er ihn 
zusammenzog, mit dem Finger die Armsachlagader zusammen, 
worauf sogleich der Pulsschlag an der Hand aufhörte. Nun zog 
er den Knoien zusammen, wobei ein heftiger Schmerz sich ein- 
stellte, wahrscheinlich weil ein Nerve mit unterbunden worden 
war, was leider unter diesen Umständen nicht vermieden wer- 
den konnte. Augenblicklich hörte im Vorderarme der Pulsschlag 
auf. Die aneurysmatische Geschwulst wurde unberührt gelassen 
und nur ein einfacher Verband angelegt. Einige Stunden nach 
der Operation drückte und brennte es heftig in der Brust, der 
Operirte konnte nur mühsam atlımen und leise sprechen und der 
Puls war ziemlich frequent , voll, hart... Nach wiederholtem Ader- 
lasse und nach Nitrum bemerkte man Tags darauf grosse Kr- 
leichterung der Brustaffection, und an der Hand war deutlich 
der Puls ‚zu unterscheiden. Den dritten Tag konnte man den 
Puls schon zählen und in den drei nächsten Tagen verkleinerte 
sich der Umfang der Geschwulst, auch wurde sie weicher. Von 
nun fiel die Abnahme , besonders von oben nach abwärts, immer 
mehr in die Augen. Den 1% Tag ging die Ligatur ab, die Ge- 
schwulst verkleinerte sich immer mehr, die Narbe der ersten 
Wunde wurde dicker, uud die aneurysmatische, vom Knochen
	        
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