Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

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„III. Materia medica und Toxikologie, 
des Entzündungsprocesses abgiebt, bedarf aber wiederum .dieses 
Mittels zur eignen Correctur. ‘ Diese : Verbindung liefert also: ein 
Medicament, welches der Entzündung in ihrem Wesen und ihren 
Erscheinungen entspricht, denn sie beruhigt die nervösen Factoren, 
hemmt die exsudirenden und verstopft noch die Quelle der Ver- 
dauung, den materiellen Zufluss ,. ohne welchen kein Leben, also 
auch kein krankes, fortbestehen kann, wie dies die Wirkung des 
Bleies in der Bleikolik zeigt. Rechnet man nun noch die Blut- 
entziehungen, welche das Material direct‘ entziehen ,. hinzu, 80 
ist der Beweis theoretisch‘ geliefert, Allein auch die Erfahrung 
bestätigt das Gesagte vollkommen, wie der Verf., ausser einigen 
andern Auctoritäten, durch eine Menge angeführter Krankenge- 
schichten darthut, . Gewöhnlich verschreibt der Verf, das Mittel 
in folgender Formel: Pr. Sacchari saturni gr. jjj; Laudani li- 
quid, Sydh, 5} bis 36, Aquae ceras, nigr, 3jv, Sucei liquir. 
dep. 3jfß bis jj. M. D: S. Aller 5,.4 bis 3 Stunden 1 Esslöf- 
fel. Bei aufgeregtem Blutsysteme ward oft mit Nutzen; statt 
der Ayua ceras., eine Infusion von } Drachme der h6. digitalis 
purp. zugesetzt. . In einem andern Aufsatze erzählt der Verf. 
Krankengeschichten , die bald kurz,.bald sehr ausführlich ‚sind, 
aber alle den ausgezeichneten Nutzen der : empfohlenen Mittel 
nicht nur gegen leichte, unvollkommene, als auch heftige, aus- 
gebildete Pneumonieen, versteht sich ohne Versäumung der ‚er- 
forderlichen Blutentleerungen , sondern auch gegen Phthisis flo- 
rida, so wie andere phihisische Zustände mit mannigfaltigen 
Complicationen, deutlich darlegen. Auch theilt er schliesslich 
noch einen Beleg für die Heilsamkeit starker Blutentleerungen 
bei Pneumonieen mit. Der Fall betraf einen übrigens gesun- 
den Dreissiger, dem wegen einer sehr heftigen an einem .. Tage 
erst 1} Pfund, und des Abends wieder ziemlich 1 Pfund Blut 
genommen worden war. Dieser Mann hatte während der Nacht, 
da ihm Binde, Compresse und ein Pflaster von der Aderlass- 
wunde, in Folge eines unruhigen Schlafes, auf- und. abgegangen 
waren, nach einer, freilich nur ungefähren, Schätzung nach dem 
durchnässten Bettzenge, wiederum reichliche 2 Pfund Blut wver- 
loren, und der Verf. fand ihn am Morgen ‚angekleidet und mun- 
ter aufsitzen, ohne eine andere Spur von der heftigen Krank- 
heit zu zeigen, als eine geringe Blässe der Wangen. {[Rust’s 
Magazin, Bd. 39, Heft 3.) (Hr) 
7%. Strychnin gegen Hemiplegie, Rrouicn in Me- 
mel salı vom reinen Strychnin;‘ innerlich gegeben, ‘bei Hemiple- 
gie als Folge von Parapoplexie ‘mit. vermehrter . Sensibilität. der 
kranken Seite so gute Wirkungen, ‘das, nachdem die specifischen 
Zuckungen, die das Alcaloid bewirkt, eingetreten; sich freie Be- 
wegung der Glieder wieder einfand. [Aus dem Sanitätsbericht 
des k. medie. Colleg. zu Königsberg;+1. Semester 1831: Med. 
Zeit, v. Vere. f. Heilk. in Preussen, 1833, Nr. 26.] (K—e.). 
“” 38 Essigsaures Morphium endermatisch gegen
	        
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