Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

I. - Anatomie und Physiologie. 
gleich die Rede seyn wird, diese‘ Annahme nicht rechtfertigt. 
Das Cavum mediastini posticum der beiden Brustfellsäcke schloss, 
wie gewöhnlich, Luft- und Speiseröhre und-die daselbst gele- 
genen Gefässe und Nervenstämme ein. Was die Nervi phre- 
ziei betrifft, so verlief der.rechte, wie in der Regel, rechts ne- 
ben der Vena cava superior, vor den Blutgefässstämmen der 
rechten Lunge zum Zwerchfelle herab und lag somit im vom 
Brustbeine entferntesten Theile des, durch nahes Zusammentre- 
ten der beiden Brustfellsäcke entstandenen Mediastinum; der linke 
dagegen ging nicht wie gewöhnlich neben der linken Seite des 
Herzens herab, sondern befand sich, wegen Mangels des Herz- 
beutels, auf der rechten Seite des Herzens, nahe hinter dem 
Brustbeine, im vordern Theile des Mediastinum, go dass der- 
gelbe. mit dem rechten in der Richtung der Mittellinie des Kör- 
pers herabstieg, dabei aber mehr als dieser nach vorn Jag. Aus 
dieser merkwürdig veränderten Lage des Nerv, phrenicus sini- 
ster erhellt deutlich, dass hier. wirklicher Mangel des Herzbeu- 
tels und nicht etwa Verwachsung desselben mit dem Herzen Statt 
fand. — Als S. diesen Fall mit einem andern von WALTER beob- 
achteten und im Museum aufbewahrten Fall verglich, fand er, 
dass auch bei diesem der linke Nerv. phrenic. neben der linken 
Seite des Herzens an seiner gewöhnlichen Stelle vor den Lun- 
gengefässen fehlte,‘ doch waren durch Wegnehmen der rechten 
Lunge und ihres Brustfellsackes die beiden Nervi phrenici, die 
wahrscheinlich jene oben erwähnte Lage hatten, mit weggeschnit- 
ten worden. — Ein von ältern Schriftstellern angenommenes Feh- 
len des Herzbeutels läugnete wohl mit Unrecht v. Haı1er, Der- 
selben Meinung war Moreaenı. [Med. Zeit. v. Vereine f. Heil- 
kunde in Preussen 1853, Nr. 27.] (K—e.) 
2. Unvollkommene Scheidewand des Herzens; 
beobachtet von Dr. ScuLEmm in Berlin. Ein Herz mit unvoll- 
kommener Scheidewand fand sich bei einer 40jährigen Frau, der 
Mutter von 2 Kindern, die, früher ganz gesund, am 3. Jan. 
&. J. eine wassersüchtige Anschweilung des ganzen Körpers be- 
kommen hatte und am 11. Jan. in die Charite aufgenommen wor- 
den war. Die Respiration war bei dieser Anschwellung des gan- 
zen Körpers sehr gestört, so dass die Kranke im Liegen nicht 
athmen konnte und diese Zufälle steigerten sich täglich, bis am 
15. Jan. Suffocation eintrat. Bei Eröffgung des Herzens waren 
alle Kammern und die grossen Gefässstänme über und unter 
dem Herzen mit venösem, dickflüssigem Blute angefüllt, nach 
dessen Entfernung man die unvollkommen gebildete Scheidewand 
des Herzens sah. Das Septum atriorum hatte die normale Höhe 
und ein Foramen ovale, dessen grösster Durchmesser, nach dem 
Isthmus foraminis gemessen, 11 und dessen senkrechter Durch- 
messer 8 Linien betrug. Dies Foramen wurde, wie gewöhnlich, 
durch die Valvula foraminis ovalis, in der man deutlich Muskel- 
fasern wahrnahm, so geschlossen, dass die KFossa ovalis dem
	        
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