Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

Ba 
YII. Staatsarzneikunde 
wird. und durch dasselbe seine äussere Bekleidung enthält. Der 
eine Theil des Bauchfellsackes bildet mehr eine ebene Fläche, 
mit welcher er über alle die Bauchhöhle umgebenden Muskeln, 
das Zwerchfell mit gerechnet, weggeht. Nachdem es auf diese 
Weise oben bis an den hintersten Theil des‘ Zwerchmuskels, von 
beiden Seiten bis auf die Körper der Wirbelbeine, unten bis an 
den Mastdarm gelangt ist, bildet es, indem es sich mit seiner 
innern Fläche gegen die innere Fläche des vordern Theiles des 
Sackes wendet, so viele kleinere Falten und Verdoppelungen, so 
viele längere und kürzere Verlängerungen, als. Eingeweide vor- 
handen sind, die von demselben eine Bekleidung erhalten sollen. 
Das Peritonaeum überzieht alle diese Theile so, dass es immer 
wieder nach vollendetem Ueberzuge bis dahin, wo es zuerst an 
einen Theil gelangte, zurückkehrt, also ‘die ganze Oberfläche 
ganz umgiebt. Ks bildet das Gekröse, das grosse und kleine 
Netz, die runden Mutterbänder und die‘ Samenstränge, In 
diese Falten und Verlängerungen des zweiten Theiles oder 
der hintern Wand des Bauchfelles werden die Leber, Gallen- 
blase und ihre Gänge, der Magen, die Milz, Magendrüse, Ge- 
därme, runden Mutterbänder, Samenstränge und Hoden aufgenom- 
men und von denselben ringsum bekleidet. Auch an diesem zwei- 
ten Theile des Bauchfellsackes bleibt sich die Beschaffenheit des 
Peritonaeums gleich, indem die äussere Fläche rauh, die innere 
glatt und schlüpfrig ist. — Demnach liegen alle Eingeweide der 
Bauch - und Beckenhöhle ausserhalb des Bauchfellea und werden 
bloss von der äussern Fläche des Sackes berührt, so dass keins 
derselben irgendwo mit der innern Fläche des völlig geschlosse- 
nen Sackes in Berührung: kommen kann... [ Wüldberg’s Magazı, 
1832, Bd. 1, H. 4. (V—E) 0200 
: 56.. Krankheits- und Sectionsgeschichte eines 
Knaben, bei welchem eine Psoitis chronica in Folge 
des Herabgleitens von der erkletterten Stange, bei 
dem Turnen, entstanden war. Die Krankheit begann‘ im 
Sommer mit Schmerzen im Rücken und in den Füssen; das Ge- 
hen wurde immer beschwerlicher, und nach 4 Wochen wurden 
die Schmerzen heftiger, während sich zugleich Fieber einstellte. 
Der Knabe klagte über brennende und stechende Schmerzen un- 
ter den kurzen Rippen der rechten Seite, die bei dem Berüh- 
ren zunahmen; hatte öftern Reiz‘ zum Stuhlgange, ohne Erfolg, 
und liess dunkelgelben Harn. Er konnte anf keiner Seite liegen, 
ohne heftige Schmerzen zu bekommen. Verf. vermuthete Ent- 
zündung des convexen Theiles der Leber und liess 12 Blutegel 
setzen, erweichende Umschläge machen, gab eröffnende Mittel 
und Kalomel mit Opium. In der Nacht zum 5. Tage, vom Kin- 
tritt des Fiebers an, starb der Kranke unter grosser Unruhe. — 
Leichenbefund: Leber und Gedärme gesund. . In der Beckenhöhle 
viel Eiterz der Psoas major und minor ganz vereitert und das
	        
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