Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

VIL - Staatsarzneikunde. 
darauf hingeführt wird, auf welche innere Theile. man bei det 
Section sein vorzügliches Augenmerk zu. richten: habe: Wenl. 8 
nun auch ‚bei Inspectionen die Stellen, wo. an dem: Leichnam®: hi 
solche Abweichungen‘ und Verletzungen angetroffen werden, nicht de 
genau und bestimmt genug, oder gar falscht bemerkt und art 8 
gegeben werden, so geschieht es aus Mangel an genauer und 
richtiger Unterscheidung der verschiedenen, in der Anatomie at 
genommenen Gegenden des Körpers, Verf, giebt nun diese Ge 
genden an, die wir in jedem guten Handbuche der Anatomit 
finden und bei unsern Lesern als allgemein bekannt vorausge‘ 
setzt werden dürfen. — In Betreff ‚des andern: Punktes lieg 
dem Physikus ob, bei der ganzen Obduction immer nur ihrel 
eigentlichen Zweck vor Augen zu behalten und jede andere. Rück 
sicht bei Seite zu setzen... Die Neigung, sich über etwas, wozl 
sich Gelegenheit darbietet, zu. belehren, muss er unterdrücket 
und darf nicht mehr untersuchen, als für den Zweck der Ol 
duction erforderlich ist. Widrigenfalls schadet er :theils der ge: 
richtlich - medicinischen Untersuchung , indem er seiner Aufmerk 
samkeit eine fremde Richtung giebt, oder sie doch theilt, :sicl 
zerstreut u. s, w.; theils begeht er gegen den Richter eine Ur 
gerechtigkeit, indem er diesem wenigstens Zeit raubt. [Häüd 
berg’s Magazin, Bd. 1, Hft, 8} u (V—t.) 4 
53. Obductionsbericht und Gutachten über eine? 
durch eine Halsverletzung um das Leben gebrach 
ten Mann. Den Leichnam fand‘ man in der Thüre, welch® 
aus der Wohnstube in die Schlafstube führt. : Er lag mit def 
Füssen in der Vorderstube, mit der Mitte des Rückens auf de 
Schwelle der offenen Thür, mit dem‘ Oberkörper ‚und den Ar 
men aber in der hintern Sıinbe, wo er zu schlafen pflegte. Zu 
Seite des Leichname lag in. der Vorderstube: eine: .ungeladen? 
Flinte und ein grosses, allenthalben hlutiges Küchenmesser. : Ring! 
umher war viel Blut verspritzt und über und um. den: Körpg 
herum sahe man eine grosse Menge Blut, welches von dem Halst 
herabgeflossen .war.: Der Körper war hlöss- mit einem Hemd! 
und mit jcinenen Beinkleidern ‚bekleidet, welches alles ebenfall 
voll Blut war. —. Gesicht und Lippen waren bleich, am, Halt 
war eine beträchtliche Schnittwunde, deren- Ränder durchas 
glatt und eben waren, fast einen. halben Zoll: von einander stal‘ 
den. und deren Länge nahe an 3 Zoll betrug. Sie Ming:von del 
rechten Seitentheile des Halses an und reichte bie zur Mätte de‘ 
Luftröhre, } Zoll unter der Schilddrüse. ‚‘ Ausserdem war no 
quer durch die innere und blutige ]aud eine Schhittwunde, wel 
che nicht nur die Haut der innern Fläche ‘der Mütelhand ,; 808‘ 
dern auch die Tendines der Beugemuskels. des. Zeige- ad Mit’ 
telfingers trennte, . In der Brust-, Bauch- und Kopfhöhle fiel dit 
Leere der grossen Blutgefässe auf; ; übrigens‘ fand; sich .daselbi! 
nichts Abweichendes,. Am Halse fand man die Vera zugulart 
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