Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
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Falle nicht eher empor‘ gehoben werden, als bis das Hinterhaupt 
sich‘ unter dem Schambogen. festgestellt hat. Bei bedeutender 
Kopfgeschwulst hat man besonders auf seiner Huth zu seyn, um 
den  Kindskopf nicht eher über den Damm hervorheben zu wol- 
Jen, als bis das Hinterhaupt wirklich unter den Schambogen ge- 
treten ist. Zu dieser Operation bedient sich der Geburtshelfer 
einer seiner Hände, während er die andere zur gleichzeitigen 
Unterstützung des Mittelfleisches verwendet. Je sorgfältiger letz- 
tere den Damm unterstützt und das Vorrücken des Kopfes erforscht; 
um so eher wird erstere in den Stand gesetzt; durch eine‘ pas- 
sende Richtung der Zange das‘ Mittelfleisch vor jeder Gefahr, 
zerrissen zu werden, sicher zu stellen. Auch in der Zeit zwi- 
schen den Tractionen muss die den Damm. unterstützende Hand 
in gleicher Thätigkeit bleiben. Ist der Kopf mit Hülfe der Zange 
über den Damm hervorgehoben, also geboren, so wird das In« 
gtrument mit der einen Hand abgenommen, während die andere 
fortwährend auf. den Damm achtet, wenn sich der Rumpf ent- 
wickelt, wo er zur Abnahme der Zange beider Hände bedarf, 
muss er die Unterstützung des Mittelfleisches einem Assistenten 
anvertrauen. [Busch’s, d’Outrepont’s u. Ritgen’s Neue Zeitschr, 
f. Geburtsk., Bd. 1, Heft 2.) (Y—t.) 
337. Mangel an Contraction des Uterus nach der 
Entbindung ohne Blutungen; von F. B., QL.LAsSsPooOLE. 
GuLassPooLE beobachtete zwei Fälle, wo nach der Geburt der 
Uterus sich bloss theilweise zusammenzog, so dass der zusam-e 
mengezogene Theil sich von dem nicht contrahirten wie ab- 
geschnürt hattez es schien die Stelle vorzüglich sich zusammen- 
gezogen zu haben, wo die Placenta sass; keine Blutuug hatte 
Statt gefunden; in dem einen Falle hatte die Strictur die Ei- 
häute ‚mit eingeschnürt und war so enge, dass kaum ein Fin- 
ger durch dieselbe gebracht werden konnte; die Erweiterung ge- 
schah ohne grosse Kraftanstrengung; die Wöchnerin war eine 
junge Frau von 20 Jahren. Im andern Falle hatte die Wöch- 
nerin schon vor der Niederkunft‘ durch langes Krankseyn Kräfte 
verloren; die Geburt war aber rasch vor sich gegangen, allein 
die im Fundus uteri angewachsene Placenta war durch :eine 
Strictur wie in einer besondern Kammer eingeschlossen, [Lond, 
med. Gaz., XI] (Br.) 
338. Urethritie, entstanden durch Tripperma- 
terie, welche in den Magen gebracht wurde; mitge- 
theilt von Dr. E. Tazentre. Ein alter Seemann heirathete in 
seinem 52. Jahre eine 20jährige Frau und setzte bald Miss- 
trauen in ihre Treue. Da ihm alle Beweise dazu fehlten, und 
er entschlossen war, sich dieselben um jeden Preis zu verschaf- 
fen, so versuchte er anfangs, ihr einen Tripper mitzutheilen, den 
er sich durch eine Maitresse zugezogen hatte; seine Frau aber, 
der er seit: 3 Monaten nicht beigewohnt hatte, bemerkte sein 
kränkliches Aussehen und gewährte ihm daher seine Bitten nicht.
	        
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