Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

504 V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
untersucht wurde, traf dieser anf einen Widerstand und glitt, 
nachdem das Hinderniss einigen gewaltsamen Stössen mit dem 
Instrumente gewichen, ohne Mühe etwa einen Zoll höher hinauf, 
als in den frühern Fällen. Der Katheter wurde, weil man immer 
noch Verwachsung fürchtete,. abwerhselnd- getragen; es floss ab- 
wechselnd, oft in 4wöchentlichen Perioden, Blut ab; man liess 
nochmal (am Arme) zur Ader; gab wieder die beliebte Quajak- 
tinetur, einen Aufguss von Rad. Gent., Cort. aurant., Crocus 
orient. mit Limatur, martis; einige Brechmittel; Camphor, Flor. 
Zinci., Tinet. Valer,, Laxantia u. 8. w. und so war die Zeit 
vom August 1810 bis Mitte Juni 1811 verstrichen, ohne dass in 
der Hauptsache sich was verändert hätte. Als nun‘ der Leib. 
wieder an Volumen zunahm, wurde der Katheter. wieder in den 
Uterus gebracht, worauf abermals Blut abging. Man stand jetzt 
ab: von den innerlichen Mitteln und‘ begnügte sich mit der In- 
strumentaluntersuchung, worauf jedesmal Blut abging. — Am 
5. April 1812 kam die Patientin, nach längerem Aussenbleiben, 
mit hohem Leibe und grossen Brüsten zum Verf. Sie liess sich 
auch: diesmal wiederum willig den Katheter appliciren. Dabei 
fühlte man hoch oben im Gebärmutterkanale wieder einen Wi- 
derstand von Fasern, der männiglich durchstossen wurde, worauf 
abermals 4 Tage lang viel Blut abfloss (war denn der Verdacht 
auf Schwangerschaft so weit entfernt?) Bauch und Brüste fielen 
hierauf zusammen und Patientin befand sich 5 Monate lang wohl. 
Im August 1812 bekam sie, wegen Schwindels und Kolikschmer- 
zen, ein starkes Laxans, worauf sich ihre Reinigung stark ein- 
gteilte und 4 Tage floss. Die Periode kehrte nach 4 und nach 
3 Wochen wieder, und war auch in der spätern Zeit selten un- 
terbrochen. So kam ohne merkenswerthe Ereignisse das Jahr 
1814 heran, wo ihre Reinigung sich nur schwach einstellte, 
Verf. applicirte wieder den Katheter, den sie, wegen grosser 
Schmerzen, nur zwei Tage tragen konnte, und worauf nur wenig 
Blut abging. Im Septbr. 1814 sah man sie unterwegs mit ei- 
nem Fremden Coitus ausüben, und es ergab sich, dass sie das 
Handwerk schon lange getrieben hatte. In die Enge getrieben 
und in der Furcht, schwanger zu seyn, verlangte sie durch ih- 
ren Arzt. Frucht abtreibende Mittel. Ob sie gleich diesmal nicht 
schwanger war, so wurde sie es doch bald von ihrem Dienst- 
herrn. Sie gebar im November 1815 leicht und glücklich 
einen Sohn, und im Decbr. 1816 wiederum ganz glücklich eine 
Tochter. — Verf., Arzt und Geburtshelfer zu Marstetten in der 
Schweiz, meint am Schlusse seines zehnjährigen Berichtes selbst, 
dass er die Patientin wohl hätte anders behaudehl sollen, worin 
wir ihm vollkommen beistimmen. [Busch’s, d’Outrepont’s und Rit- 
gen’s neue Zeitschr, f, Geburtsk, 1833. Bd. 1. H. 1] (V—t.) 
856. Bemerkungen über die Verhütung des 
Dammrisses. © Von Dr. C. Cu. HuererR in Marburg. Erst 
wenn die vielen verschiedenen Ursachen des Dammrisses gehö- 
rig erforscht eind, können die Mittel ausfindig gemacht werden,
	        
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