Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

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V. Gynäkologie und Pädiatrik.. 
sie, gab auf jede Frage Antwort; nur konnte sie sich nicht anf- 
richten und sich nicht willkührlich da- oder dorthin begeben. 
Nach diesen Anfällen, die jetzt täglich kamen, fühlte sie sich 
matt. VUebrigens fehlte ihr nichts, als das Monatliche, welches 
sie noch niemals gehabt hatte, Dies schien um so mehr die 
Krankheitsursache zu seyn, da Patientin vollsaftig war und einen 
hohen Unterleib hatte. . Ein 20tägiger Gebrauch von resolviren- 
den und evacuirenden Mitteln änderte nichts in der Sache. Bei 
der Untersuchung fand Verf. den Unterleib bis in die Nabelge- 
gend sark ausgedehnt, die Schamgegend hart und gespannt, aber 
bei dem stärksten Drucke unschmerzhaft. Die Mutterscheide war 
offen, aber ziemlich engez der Uterus compact, mehr klein als 
ausgedehnt, stand etwas in die linke Beckenseite inclinirt und 
schien ohne Orificium zu seyn. Aller Mühe, die sich Verf. bei 
den wiederholten Untersuchungen gab, um den Muttermund oder 
die Stelle einer etwaigen Verwachsung aufzufinden, ungeachtet, 
war von beiden durchaus nichts zu entdecken. Von der Ansicht 
ausgehend, dass bei der völligen Verwachsung des Muttermundes 
das Menstrualblut zwar nicht in dem durchgehends compacten 
Uterus, sondern in den Gefässen und übrigen Organen des 
Beckens stagnire und so den Schwindel errege, glaubte Verf. 
durch die Operation radicale Hülfe zu leisten. In Ermangelung 
eines passenderen Instrumentes brachte er die Spitze des Fleu- 
rantischen Blasen-Trocarta möglichst auf die Mitte des kegel- 
förmig abgerundeten Cervir uteri und schob das Instrument mit 
Gewalt 14 Zoll hoch in die Substanz des Uterus hinauf, ohne 
sich ‚nur im Geringsten überzeugen zu können, dass es ins 
Cavum uteri geleitet sey. Nach Wegnahme des Instrumentes 
kamen nur wenige Tropfen Blutes zum Vorschein, und nach ei- 
nigen Stunden hatte sich noch kein Schmerz eingestellt. Verf. 
entliess die (auswärtige) Kranke, ohne ein Bougie in die Wunde 
gebracht zu haben. Nach 7 Tagen (am 19. Januar) berichtete 
Patientin: „der Schwindel sey unterdess einigemale eö heftig ein- 
getreten, dass sie nicht habe arbeiten können. Schmerzen im 
Leibe oder. Blutfuss durch die Scheide habe sie nicht verspürt.‘ 
An der, vom Trocart durchbohrten Stelle fand sich ein klei- 
nes Grübchen, Das Instrument wurde wieder eingeführt und 
merklich höher hinaufgeschoben, bis die Patientin bedeutende 
Schmerzen fühlte, und gleichzeitig wurde am Fusse zur Ader 
gelassen. Am 19. und 24. Jan. war der Schwindel wieder hef- 
tig. Es wurde ein Vesicans in den Nacken gelegt und innerlich 
Pulver aus Crem. Tart., Sacch. alb. ana 3%. Magnes. alb., Kztr. 
Cent. minor. ana 3jj-, täglich 4 — 5 Mal einen Theelöffel voll 
zu nehmen, verordnet. Darauf war der Schwindel nur zweimal 
schwach eingetreten.” Den 30. Januar wurde auf den Arm ein 
Vesicans gelegt, welches durch Seidelbast in Suppuration erhalten 
werden sollte, und ©obigem Pulver wurden noch 16 Gran Tart- 
Stib. zugesetzt. Das Pulver machte Erbrechen, später Uebel-
	        
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