Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

AV. Chirurgie und’ Ophthalmologle, 495 
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den mit einer‘ Frau aber, die an ‚schärfer Leukorrhöe litt, zu- 
gab, bot durchaus nichts .von dem 8yphilitischen Helkosen eigen- 
thümlichen äussern Ansehen.‘ Die Geschwüre hatten. übrigens, 
als sie zuerst auftraten, in reiner Excoriation bestanden‘ und sich 
nicht wie Chanker zuerst in Form. kleiner, -späterhin platzender 
Bläschen gezeigt. Unter diesen: Umständen : trug 'T. kei: Be- 
denken, die Helkosen für adyskrasische,- mithin gutartige zu er- 
klären und ihre Quelle in Corrosion der ‘die ‘Eichel überziehen- 
den Epidermis, von der aus das Uebel sich dann ‚immer. mehr 
und: mehr in Breite und Tiefe, letzteres doch. nicht so. bedeu- 
tend ‘und. fast so vorzugsweise wie ‘beim Chanker verbreitete, und 
im der von jener Frau abgesonderten scharfen. Materie, die gleich- 
8am  eingerieben wurde, zır suchen, mithin :die . Geschwüre. für 
Ulcera ‘penis- corrosiva‘zu halten. ‘Dass demzufolge keine Mer. 
eurialia, sondern vielmehr Mittel gegeben wurden; um Nachtheile 
des ‚Quecksilbers zu verhüten, versteht‘ ‘sich von‘ selbst.‘ ; Die 
Geschwüre: wurden wegen ihres unreinen Eiters and wegen" zur 
Granulation nicht ‘tauglicher Partieen‘ täglich zwei 'Mal- mit. Ung; 
basilie, 6. Hydrarg; otxyd. rubr.‘ et Pulv. herb.: Sabin:+ welche 
Verbindung dem Verf: bei atonischen;- laxen Helkosen mit After 
Organisationen, ah‘ welchem äussern "Theile ‚sie auch workommen 
mögen, immer die: besten Dienste ‘ geleistet ‘hat ,, verbunden,‘ in 
die. Leistendrüsengeschwulst aber Linimi;emmoniat,: mit; Campha 
und OL hyose, 'eingerieben. --Das Ansehen “der; Geschwüre ‘bes 
serte' sich hierauf, es: bildete‘ sich guter Eiter} und binnen: 3: Wo- 
ehen ‘waren die Geschwüre- geheilt und: die‘ Drüsen zertheilt; 
Den 2. Fall lieferte ein Apotheker, der 3 atonische; laxe; mit 
wucherndem Fleische bedeckte, durch "Anhäufung‘ von Unreinig- 
keiten zwischen der Eichel und der Vorhaut entstanden®,- von 
dem Kranken aber für syphilitisch gehaltene und Uaher innerlich 
mit Kalomel und äusserlich mit Sublimatauflösung bis zu schwa- 
cher Salivation behandelte Geschwüre an der KEichel,: zugleich 
aber auch bedeutende ‚entzündliche Anschwellung der linken In- 
güinaldrüse hatte, 'F,; schlug die beim Kranken des :ersten Fals 
les: in Anwendung ‘gezogene Behandlung ‚ein, aut Hess er wes 
genmehr irritabeln Charakters den Bubo' nicht mit -Aüchtigem 
Liniment einreiben ,‘ sondern‘ mit -Breiumschlägen ‘aus Althaea, 
Conium, Hyosc.;-Bellad., und Sem: Lin.- bedecken. Salivation 
und Halsbeschwerdeu hoben sich durch Salbeiaufguss und Schwe- 
fel. und binnen 3 Wochen war-der Kranke-ganz hergestellt.‘ Ein 
dritter: Fall von - Verwechselung- adyskrasischer. Geschwüre -mit 
8yphilitischen: kam dem Verf. bei einem jüdischen Matrosen vor. 
Zwei von einem Arzte für- syphilitisch: erklärte Geschwüre: an 
der Eichel; womit sich noch Urethroblennorrhöe und entzündli. 
che‘ Anschwellung der Ainken Inguinaldrüse verband; wurden; da 
ihnen hinsichtlich des Verlaufes und Ansehens ganz die. den Chan- 
kern eigenthümliche Beschaffenheit abging; - von T; für gütartig; 
für. Ulcera corrosiva erklärt. Die Urethroblennorrhöe war wohl
	        
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