Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

IV, Chirurgie und Ophthalmologie, 493 
den weggenommenen Knochenbogen ersetzte. Mittelst dieses Ge- 
stelles kann der Kranke Fleisch, Gemüse und weiches Brod 
kauen; es fliesst kein Speichel aus; die Articulation der Töne 
geschieht leicht, und die Gesichtszüge sind kaum verändert und 
im Ganzen sehr angenehm, .. [Lettre chirurg. sur quelqg. mala- 
dies graves du sin. maxill. et de V’os maxill. inferieur par J. 
Gensoul, Paris; 1833.) (Fr.) 
. 329.. Luxation des Altas und Epistrepheus; mit- 
getheilt vom Dr, SEpiLLOT. — Kin Soldat, 24 Jahre alt, lym- 
phatischen Temperaments, kam den 22, Nov. 1832 wegen eines 
kleinen Abscesses der linken Backe, der geöffnet wurde, in’s Ho- 
gpital.. Das Wangenbein war entblösst und cariös; ‚doch heilte 
es bei trocknem Charpieverbande. . Hierauf äusserten sich Schmer» 
zen in:den Halsnruskeln,-. die ‚heftig, tief und ohne äussere Ge- 
schwulst waren, . sich nach. dem. Nacken ‚hinzogen. und durch 
wiederholte Anwendung von Blutegeln gemildert wurden... Bald 
schwollen auch die Lymphdrüsen an der Seite des Halses. und 
in der ‚Cervicalgegend an; der Kranke ward. bleich, kraftloss 
weshalb .die antiscrophulöse Cur mit 6 Tropfen Jodinetinctur ‚früh 
und Abends, 2 Mal. täglich Einreibungen ‚yon Ung. Kali hydr. 
jodin, auf die geschwollenen Stellen begonneu, und ein. Blasen- 
pflaster in den Nacken gelegt wurde. Kine Drüse ging in Eite- 
rung ‚über und ward mit Höllenstein geöffnet. Die öfters :re- 
mittirenden Nackenschmerzen stiegen nach ‚der Scheitel- und 
Schläfengegend, hielten lange, au und erzengten Schlaflosigkeig 
und Fieber, Der Oberchirurg wollte die Arteriotomie angewen- 
det wissen;‘ der behandelnde Chirurg aber: beseitigte den Kopf- 
schmerz. mit Blutegeln und Umschlägen,.- mit. etwas Laudanum 
yersetzt, : Bald aber erschienen die Schmerzen :an der Ohrger 
gend der andern Seite, erstreckten ‚sich bis zum. Pharynx ‚und 
verursachten erschwertes Schlucken und Husten. Mehrmals;:zeig- 
ten. sich ‚auch tägliche Fieberanfälle, die einige Gaben Chiain iu 
Klystieren schnell hoben, .. Die Bewegungen. des Kopfes wurden 
immer beschwerlicher, was man den Schmerzen zuschrieb, und 
es stützte der Kranke, um diesen auszuweichen, sein Kinn auf 
die Hand, wenn er aufrecht ‚gass, weil wein Kopf ihm: schwer 
ward. . Der Appetit ‚war gut, die Verdauung regelmässig, und 
man bemerkte nichts als ein wenig Husten ud Frequenz des 
Pulses. . Zu dieser Zeit:;kam ‚Refehl, den Kranken, dessen ‚Hei+ 
lung sich so verzögerte, nach Val-de-Gräce zu verlegen. Am 
8. März hoben ihn 4 Wärter--mit der; Matratze auf eine Balıre, 
wobei ‚sie. den Kopf durch Kissen unterstützten; als sie aber die 
Treppe hinabstiegen ,- sanken die Arme gelähmt herab, ‚und. in 
einigen Minuten war der Kranke todt. — Nach 24 Stunden machte 
Beam :die Section. Das Gehirn war bleich. und etwas weniger 
fest, als gewöhnlich, besonders links; doch nicht erweicht. Un- 
ten fand sich eine Schicht rother Materie, wie zerriebene Mus- 
kelsubstanz oder Hirnbrei mit, Blut vermischt, ohne dass ‚Lae-
	        
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