Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

[V. Chirurgie und  Ophthalmologie, , 43 
Mad. R. die Frau in aufrechter Stellung untersuchte, fand sie 
eine weiche Geschwulst von der Grösse des Kopfes einer Ymo- 
natlichen Frucht, mit gefurchter Oberfläche; die Grösse nahm 
zu oder ab, je nachdem die Kranke sich ruhig hielt oder ihrer 
Arbeit nachging. Es war deutlich, dass die Geschwulst aus der 
Blase bestand, welche eine Hernie bildete und von der Schleim- 
membran der Scheide überkleidet war. Mad. R. versuchte ver- 
schiedene Pessarien, sowohl runde, als halbmondförmige, ge- 
stielte (d bilboquet), napfförmige (d cuvette), aber alle versag- 
ten den Dienst; sie erhielten sich zwar an der Stelle, hielten 
aber den Bruch nicht zurück. Endlich kam Mad. R. auf den 
Gedanken, : ein Kugel -Pessarium :(pessaire & sphere) anfertigen 
zu lassen. Ks sind 3 Ringe von Caoutchouec, von verschiedener 
Grösse, welche, indem sie sich einer in den andern schieben, 
einigermassen einer Sphaera armillaris gleichen.‘ Diesen Appa- 
rat brachte sie der Kranken ein, und erhielt den günstigsten Er- 
folg; seit mehreren Monaten trägt sie ihn, ohne ihn zu spüren, 
und alle Zufälle sind sogleich verschwunden, so dass sich die 
Frau seitdem einer völligen Gesundheit erfreut. [v. Froriep’s 
Notizen, Nr. 499, 1833.] (Fr.) 
39. Als eine neue Art Hernie hat Hr. LaAvcmrn, d. Acadı 
Troy. de Medecine zu Paris einen Unterleibsbruch beschrieben, 
der durch das. GiusernaTt’sche Band Statt hatte. Diese Hernie, 
welche bei einer Frau von 45 Jahren vorkam, wurde ‚anfangs für 
einen Leistenbruch, von dem Operateur selbst aber für einen 
Schenkelbruch gehalten. Die wahre Natur. derselben wurde-erst 
nach dem Tode der Frau erkannt, welcher 5 Tage nach ‘der 
Operation durch Peritonitis veranlasst worden war. [v. Froriep’s 
Notizen, Nr. 498, 1833. (Fr.) ' 
40. Fall einer Atresia ani; von Dr. Pıers Uso War- 
TER zu Wolmar in Livland. Den 21. März v. J. wurde dem Vf, 
ein Tags vorher geborener Knabe von der Hebamme mit der An- 
zeige gebracht, dass sie, da bisher noch keine Oeffnung erfolgt 
wäre, das Kind untersucht und eine Verschliessung des Afters 
gefunden habe, W, sah ein ausgetragenes, starkes, sonst wohl- 
gebildetes Kind; die beiden Nates waren nicht durch die ge- 
Wöhnliche Furche getrennt, indem die eine von ihnen gleichmäs- 
8ig in die andere überging, statt des Orifici ani war eine kleine 
linientiefe Grube, vor der, mehr nach dem Scrotum ein kleines 
1; Linien langes Fleischwärzchen vom Perinaeum herabhing. Bei 
Untersuchung mit dem Finger war immer nur gleichmässige 1lärte 
fühlbar, wobei nie wirkliches Drängen, als ob die Contenta des 
Darms entleert werden sollten, bemerkt, wurde. Der Unterleib 
war etwas aufgetrieben, Erbrechen hatte nicht Statt gefunden, 
Urin war gehörig entleert worden. — 20 Stunden nach der Ge- 
buürt machte W. die Operation, Nachdem er die Haut an der 
zum Einschnitte bestimmten Stelle mit den Fingern der linken 
Hand gespannt hatte, machte er mit einem geraden Bistouri, der
	        
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