Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

IV. - Chirurgie und Ophthalmologie. 381 
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nnterdrückt. Da die Blase enorm ausgedehnt war, erinnerte man 
den Kranken an Entleerung derselben, wovon er eine dunkle Er- 
innerung hatte, denn emporgehoben entleerte er eine Menge Urin, 
fiel aber dann in Ohnmacht, und man musste für sein Leben 
fürchten, Die Respiration war dabei tief. Auf einem passende- 
ren Lager wurden nun die Wunden untersucht, wobei man nicht 
vorsichtig genug zu Werke gehen konnte, da die geringste Be- 
wegung Convulsionen hervorrief, was wohl davon herrühren 
mochte, dass noch Splitter in der Hirnsubstanz waren. Nach 
Entledigung des Verbandes fand man, dass die Hirnschale in ei- 
nem Umfange von 4 Zoll zerstört war. . Die Wunde selbst cha- 
rakterisirte sich als Streifschuss, der über dem rechten Arcus 
superciliaris 1} Finger hreit anfing, vorzüglich das Stirnbein in 
Anspruch nahm und sich bis in das Seitenwandbein hinein er- 
streckte. Die meisten Splitter lagen nach oben und die bedeu- 
tendsten der noch vorhandenen rührten vom rechten Scheitelbeine 
her, das ganz aufgehoben war. Ein grosser Theil des Stirnbeins 
mangelte ganz. Das Gehirn lag bloss, die Hirnhäute waren meist 
zerstört, das Gehirn mit Blut bedeckt und beim Verbande quoll 
dasselbe wie Brei hervor. Der obere Sichelblutleiter war unver- 
letzt. In der Tiefe war keine Verletzung aufzufinden, Die Ver- 
letzungen des Gehirns betrafen bldes die Windungen des grossen 
Gehirns, was schon deshalb bemerkenswerth ist, da der Verletzte 
nach seiner Herstellung ‚alle Sinne im vollkommenen Grade, wie 
früher, besass und keine Functjon durch, die erlittene Verletzung 
zerstört wurde. Die Blutung war in Gegenwart des Verfassers 
nicht bedeutend, mochte aber nach dem,. was man sah, gleich 
nach der Verletzung nicht gering gewesen seyn. Die Haut war 
im Umfange von 4 — 4} Zoll lang ganz zerrissen, ein grosses 
Stück fehlte und der übrige Theil hing in Lappen herunter. 
Der Puls war klein, schnell, und die äussere Luft wirkte augen- 
scheinlich nachtheilig auf: die Wunde ein, weshalb‘ der Verband 
möglichst beeilt ‚wurde. , Die Prognose musste natürlich höchst 
ungünstig für das Leben gestellt werden. Nach Anlegung des 
nöthigen Verbandes ordnete @, die Diät und verschrieb ein Inf. 
Flor, Arnic, mit. Sal. Glaub. Der Verlauf der Krankheit war 
folgender: in .den ersten Tagen dauerte. der meist bewnsstlose 
Zustand, verbunden mit ‚stillen Delirien fort. Erst gegen den 
6. Tag kehrte volles Bewusstseyn zurück. ‚Der Kranke : ver- 
langte Nahrung, ‚Stuhl und Urin gingen regelmässig ab, das Fie- 
ber schwand und ein starker Appetit stellte sich ein und blieb, 
wenige Tage ausgenommen, während der ganzen Heilung. Blut- 
krusten, abgestorbene Stücke der Hirnhäute, des Hirns und Zell- 
gewebes stiessen ‚sich los, es zeigte sich gute Eiterung,' die 
Wundränder fingen an zu granuliren ‚und die noch vorhandenen 
Knochensplitter konnten leicht, bis auf wenige, an den Suturen 
festhängende entfernt werden, doch fingen auch diese bald locker 
zu werden an. Die Wundränder wurden nun mit Ung, digest. 
Summarium d. Medicin, 1833. VI. 31
	        
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