Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

IM. Chirargie und. Ophthalmologie. 41 
kehrt, zwischen dem obern Theile der Schamlippen hervor; der 
in den After eingeführte, mit Oel bestrichene kleine Finger theilte 
der Geschwulst keine Bewegung mit, und es konnte sonst nichts 
Unnatürliches entdeckt werden. Als man die Geschwalst nach 
der Schamgegend hin in die Höhe drückte, konnte man die 
Scheide übersehen, aber die Mündung der Harnröhre liess sich 
nicht bemerken. Da die Aussagen der Mutter der Kranken die 
Vermuthung einer angeborenen Missbildung widerlegten, so suchte 
man zu erforschen, ob vielleicht die Blase umgestülpt sey. Man 
gahe sich daher nach den Oeffaungen der Harnleiter um, konnte 
sie: indess nicht entdecken „ bis ein gelindes Herunterziehen der 
Geschwulst die Umstülpung vollkommener machte. Eine kleine 
silberne Sonde wurde iin jede Oeffnung hinaufgeführt, welcher, 
beim Zurückziehen, der übrigens geruch- und farblose Urin folgte. 
— Reposition. Der Blasenhals wurde mittelst: des Daumens 
und Zeigefingers der linken Hand festgehalten und der Grund 
der Blase mittelst des Endes eines Katheters von elastischem 
Harze in die Höhe geschoben, wodurch die Zurückbringung leicht 
ins Werk gesetzt wurde. Der Katheter wurde durch einen Ge- 
hülfen einige Stunden lang an der Stelle ‚erhalten. Als sich ei- 
nige ‚Empfindlichkeit der Schamgegend, mit Erbrechen verbun- 
den, einstellte , wurden Blutegel, ein warmes Bad, Ricinnsöl 
verordnet, worauf die Symptome sogleich nachliessen. Am 17. 
Juli wurde die Kranke geheilt. entlassen. [o. Hroriep’s Notizen, 
Nr. 804, 1833.] (Fr.) 
3%. Tödtlich ablaufender Fall von Cystocele, 
bei welchem die ganze Blase aus dem Becken in das 
Scrotum ausgetreten war; von W. J. CLement. Diese sel- 
tene Krankheit beobachtete C. bei einem sehr corpulenten, mehr 
als . 60jährigen Manne, der bereits seit 25 Jahren mit :einem 
Scrotalbruche,, jedoch ohne besondere: Unbequemlichkeiten; be- 
haftet war. Ausser wiederholten Verstopfungen und leichten An- 
Fällen von Hemiplegie, welche indessen immer den gewöhnlichen 
Mitteln leicht wichen, war sein Belinden gut, und‘ er. machte 
sich regelmässige, bisweilen sehr starke Bewegungen, Erst etwa 
14- Tage vor dem Tode traten eine hartnäckige Verstopfung und 
Lähmung der linken Körperseite ein; damit verband sich ein 
Stillicidium “ringe der wiederholt eingebrachte Katheter : ent- 
leerte immer nur eine Tasse voll Urin. Die gewöhnlichen Sym- 
ptome einer Darmeinklemmung fehlten, weshalb eine Operation 
nicht gerechtfertigt schien, =: Man beschränkte sich daher auf den 
Gebrauch abführender Mittel, allein alle blieben ohne‘ Erfolg. 
Patient klagte über grosse Schmerzen in der Schamgegend und 
in dem Bruche, welcher allmählich immer ausgedehnter wurde. 
Endlich wurde. die Sprache undeutlicher ‚der Kranke konnte bloss 
Noch ein undeutliches Murmeln hervorbringen, fiel: ba!d. darauf 
in Delirien und starb... — Bei der 24 Stunden nach dem Töde 
Angestellten Section fand :sich Folgendes: Der Umfanz- des
	        
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