Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

]t,. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 450 
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Stehen war ohne zu wanken und ‘ohne grosse ‚Ermüdung nicht 
möglich u. 8. w. ‘Es ist wohl keinem Zweifel unterworfen, dass 
hier ein beginnendes Rückenmarksübel eine schlechte Prognose 
stellte. Man rieth der Kranken Moorbäder in Marienbad: oder 
Eilsen, später blutige Schröpfköpfe 4—6 Wochen lang längs des 
Rückgrats. applicirt, kräftige Salz- und. Branntweintranksbäder 
mit kalter Douche auf Kreuz und Rücken, warme Bekleidung; 
innerlich leichte , nicht reizende Nervina in kleinen Gaben u. 8. w. 
— Ein 76jähriger Mann starb an Morbus niger. In den letzten 
Monaten seiner Leiden stürzten ohne Uebelkeit dünne, choko- 
ladenfarbene Massen von ihm, und ähnlicher Art waren auch die 
Abgänge nach unten. Magenbrennen und die ‚scharfe und saure 
Beschaftenheit des Ausgebrochenen waren sehr lästige Begleiter, 
und dennoch behielt der Kranke ein scheinbar gutes Ansehen. 
Er behielt. keine Arznei und lebte bloss von kleinen Portionen 
Selterwasser, Eiswasser und kräftiger Rindfleischbrühe, die er 
esslöffelweise zu sich nahm. Verf. vermuthet hier eine .krank- 
hafte Organisation des untern Magenmundes. — Bei folgender 
Kranken ging der Tod, dem gewöhnlichen Verlaufe nervöser Fie- 
ber ganz entgegen, vom Gehirn aus. Die Krankheit begann mit 
Frost, Hitze, sehr heftigem Schweisse,. Mattigkeit, bitterem Ge- 
schmacke, Gemüthsverstimmung und Furcht vor der Cholera und 
dem Tode. Die Zunge ‚war feucht, gelblichbraun belegt und 
die Respiration dem Pulse von 110 — 115 Schlägen in der Mi- 
nute angemessen. Nachdem sich die Krankheit 10 Tage’ ziem- 
lich gleich geblieben war, stellte sich, zu früh die, 1} Tage an- 
haltende, Menstruation, wie: auch sanftes Irrereden und Sopor 
ein.:‘; Die Kranke versank in Apathie und verschied unter spa- 
stisch- convulsivischen Zufällen der obern Extremitäten. . Brech- 
und Abführmittel, Klystiere, kalte Umschläge über den Kopf, ein 
Vesicator im Nacken vermochten nichts abzuändern. — Kin blu- 
tiger Schlagfluss, dem ein Extravasat im Gehirn vorauszugehen 
und den 9., 11. oder 14. Tag der Tod zu folgen pflegt, scheint 
bei einem Manne von 47% Jahren, kräftiger Constitution und sehr 
robustem Körperbaue Statt gefunden zu haben. . Derselbe - hatte 
seit 25 Jahren häufig Anfälle von heftigem Kopfschmerze gehabt. 
Das Uebel sass in der Stirn und in beiden Schläfen und war 
meist von Phantasiren begleitet, Dieser Zustand hatte vor. 2 
Jahren 8 Wochen angehalten und war mit kalten Umschlägen und 
Aderlassen behandelt worden. Nachdem er vor 2 Monaten auf 
der Strasse Uebelkeiten bekommen, suchte er sich durch ein 
Glas Branntwein. davon zu befreien und fiel besinnungslos nieder. 
Die Besinnung kehrte jedoch wieder, wie auch der verloren ge- 
gangene Gebrauch der Hand und des Fusses der rechten Seite. 
Nach einem heftigen Aergerniss verzog sich der. Mund des Kran- 
ken, seine rechte Hand war unbeweglich, die rechte Seite ge- 
Jähmt und er ‘selbst. ohne Besinnung; Kin Brechmittel, Ader- 
lässe; Abführmittel, Zugpflaster und eiskalte Umschläge vermoch-
	        
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