Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

4 
IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
schwanden binnen 8 Tagen die stürmischen Symptome, aber 
grosse Hinfälligkeit, ein Puls von 120— 130 Schlägen und gänz- 
liche Appetitlosigkeit blieben," auch kam eine Obstruction hinzu, 
die nur grossen Gaben von Ol. Ricini und dergleichen Abführ- 
mitteln, unter heftigen kolikartigen Schmerzen, momentan wich, 
indem hierauf entweder keine, oder sehr copiöse, höchst übel- 
riechende , fMüssige Stühle folgten. Am 21. Tage nach der Ent- 
bindung, wo das .Fieber noch das frühere war, Ausleerungen 
nur durch Abführmittel und selten durch Klystiere erreicht wur 
den, der Urin noch roth und fieberhaft ohne Bodensatz war, 
entdeckte Th. zuerst an der Form der gerade breiigen Abgänge, 
dass mechanische Veränderung im Darmcanale zugegen seyn 
müsse. Sowohl Bargz,. als der. Verf. glaubten dagegen jetzt 
nichts anwenden zu können, und man benutzte daher nur mässig 
reizende Klystiere, warme Umschläge, Einreibungen von Ung: 
hydrarg. ciner. in den Unterleib und innerliche Mittel, die. den 
vorausgesetzten chronischen Entzündungsprocesse in irgend einem 
Gebilde des Unterleibs entsprachen. Die Form der Abgänge und 
der Gesammtzustand blieben so mehrere Wochen. Am 483. Tage 
der Krankheit bestanden die Exeremente in grössern Conglome- 
raten von etwa 1} Zoll im Längen- und. 14 Zoll im Querdurch- 
messer, sahen weissgrau und schwammen in einer aufgelöst kör- 
nigen, wie erkalteter Talg aussehenden Masse. Hieraus und 
aus dem fortwährenden hektischen Fieber, den Nachtschweissen, 
der ganz darniederliegenden Verdauung, grossen Entkräftung und 
Abmagerung glaubte Tx. auf krebsartige Degeneration irgend ei- 
ner Partie des Darmkanals schliessen zu müssen, wenn auch 
keine vorzugsweise schmerzhafte oder verhärtete Stelle des Un- 
terleibs zu entdecken war. Es wurde ein palliatives, etwas ro- 
borirendes Verfahren, bei sehr schlechter Prognose eingeleitet 
und kein Mittel schien etwas zu leisten, allenfalls Klystiere aus 
Hafergrütze und dergleichen mit O/. Ricint ausgenommen, die 
wenigstens die immer zurückgehaltenen Oeffnungen von Zeit zu 
Zeit hervorbrachten. Gegen die 10. Woche stellten sich Schmer- 
zen im linken Knie, Husten und Bruüstschmerz‘ ein, der Puls 
hatte 120 —130 Schläge, die Abmagerung schien die höchste, 
es wurde ganz wenig Nahrung genommen, und alles schien die 
frühere Prognose zu bestätigen, wenn auch die Diagnose noch 
immer dunkel war, 8 Tage später fand sich in der Gegend‘ des 
linken Annulus abdominalis ein Schmerz ein, der Blutegel und 
Ung, neapol. forderte. Innerlich wurden wechselnd gelind bit- 
tere und resolvirende Mittel, mitunter wohl auch IZrf. cort, Cin- 
nam. gegeben. In der 14. Woche entstand ein Unvermögen, den 
Schenkel an den Leib anzuziehen, auch konnte derselbe nicht 
ohne Schmerzen ausgestreckt werden, die Abmagerung war ske- 
lettartig, das Fieber das alte, Husten und Naehtschweisse be- 
deutender, der Urin immer jumentös, die Verdauung lag ganz 
darnieder und die Stuhlgänge waren zwar weniger abnorm, als
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.