Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

134 IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
ten aber keine Milch ab. Am 21. Jannar 1832: wurde die Kranke 
plötzlich von einem heftigen Schüttelfrost befallen, mit welchem 
ein Blutfluss aus der Mutterscheide verbunden war. Gleichzei- 
tig traten wieder die wehenartigen Schmerzen im Unterleibe ein, 
letzterer wurde aufgetrieben; auf. hartnäckige Verstopfung folgte 
später seröse Diarrhöe, Fieber und den 24. Januar Nachmittags 
4 Uhr der Tod. Der Leichnam war noch warm, ’als der Kai- 
serschnitt gemacht, das Kind aber todt gefunden wurde. An 
der Stelle, wo die Gebärmutter zu liegen pflegt, fand man ei- 
nen Körper, der sich in mehr runder als ovaler Form von der 
Schambeinvereinigung bis in die: Gegend zwischen Nabel und 
Herzgrube in einer Länge von 8 Zoll und in einer Breite von 
6 Zoll erstreckte. ' Am Grunde und nach oben war das Omen- 
tum :so hart mit ihm verwachsen, dass es mit dem Messer los- 
getrennt werden musste.‘ Den Raum rechts‘ füllten die dünneh 
Gedärme aus, während nach links das vollkommen ausgetragene, 
aber bereits durch Fäulniss zerstörte Kind lag. Zwischen: dem 
Kinde und den Gedärmen breitete sich eine Membran aus, wel- 
che mit dem Peritonäum innig verwachsen war und, je mehr 
sie sich gegen das‘ kleine Becken senkte und die Gedärme ver- 
liess, um so deutlicher und dicker hervortrat, so dass‘ sie im 
kleinen Becken ganz sackförmig den Kopf und Hals des Kindes 
aufnahm, Diese Membran liess sich an einigen Stellen in 2 
Schichten theilen und hing auf der "rechten Bauchseite mit je 
nem Körper zusammen, den man anfangs für den Uterus gehal? 
ten hatte, der aber die Placenta war. Der Uterus war so gross, 
als er im 3.—4, Schwangerschaftsmonate zu seyn pflegt; die 
Vaginalportion 4 Zoll langz ‚der äussere Muttermund so weit 
geöffnet, dass man mit einem Finger. eindringen konnte, und der 
innere war + Zoll weit offen. Die. innere Fläche des Uterus 
war aufgelockert und mit einer missfarbigen, bräunlich-schwärz- 
lichen, geruchlosen Membran überzogen. Das Gewebe glich dem 
der Gebärmutter eines, während der Menstruation verstorbenen, 
Weibes. Die Ovarien und Tuben waren in sehr verdicktem Zell- 
gewebe eingehüllt. Die Placenta mit der Nabelschnur wog drei 
Pfund. [Busch's,. d’Outrepont’s u. Ritgen’s ‘neue Zeitschr. f. 
Geburtsk:, 1833, Bd. 1, Hft. 2.] “ (V—t.) HA 
296. Eine neue Methode, die künstliche Früh- 
geburt zu bewirken; von Busch. Die Einwürfe, welche man 
der Methode (die älteste: und bisher‘ sicherste), die künstliche 
Frühgeburt durch den Eihautstich zu bewirken, nicht ohne Un 
recht machte, sind: 1) der Abfluss des Früchtwassers zu einer 
Zeit, wo die Stimmung des Uterus zur Geburt durchaus -noch 
nicht. vorhanden ist, macht auf Mutter und Kind einen übeln 
Eindruck und ruft Zufälle hervor, welche vorzüglich von dem 
Gefäss- und Nervensysteme ausgehen. 2) Nach Abfluss des Frucht“ 
wassers trat die beabsichtigte Geburtsthätigkeit in unbestimmter 
Zeit ein, so dass manchmal erst nach 5 Tagen und selbst noch
	        
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