Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

1241 ‚ML, Chirurgie und Ophthalmologie, 
reinigkeiten in den ersten Wegen, besonders Appetitmangel, 
übeler, fader Geschmack und stark belegte Zunge. Da alle an- 
dere Functionen normal vor sich gingen und andere Symptome 
durchaus. nicht zugegen waren, wurde der Kranke :antigastrisch, 
mit ausleerenden und auflösenden Mitteln behandelt, und zwar 
scheinbar nicht ohne Erfolg, denn.es minderten sich nicht nur 
die gastrischen Zeichen, sondern auch der constante fixe Schmerz 
in der Brust wurde mässiger und schien nachlassen zu wollen. 
Doch den 5. Tag nach seinem Erkranken trat plötzlich Abends 
nach 9 Uhr ohne alle Vorboten eine Hämorrhagie aus dem Munde 
ein, durch die in kurzer Zeit wohl 2 Pfund hellrothes , arteriel- 
les Blut, ohne Husten, Würgen oder Erbrechen ausgeleert wur- 
den. Das Gesicht war danach bleich, die Respiration zwar ohne 
Schmerzen, doch kurz und ängstlich, der Puls höchst frequent, 
klein, zitternd, der ganze Körper mit kleberigem Schweisse be- 
deckt und der Unterleib, besonders in der. Magengegend, ge- 
spannt und aufgetrieben. Alle Mittel blieben .fruchtlos. Nachts 
12 Uhr erfolgte eine gleich starke Blutung und eine dritie noch 
heftigere bedingte am 5. Januar früh 5 Uhr den Tod, nachdem 
der Kranke kurz vorher noch völlig bei sich gewesen war. Bei 
der Section liess schon ‚der blosse Anblick des Leichnams auf 
Verblutung als nächste Ursache des Todes schliessen. Damit 
stand im vollen Einklange die fast totale Blutleere aller Gefässe 
und Eingeweide der Brusthöhle, deren Organe bei. vorläufiger 
Untersuchung ‘nichts ‘ Krankhaftes zeigten. Erst als alle diese 
Organe mit Luft- und Speiseröhre, Kehlkopf und Zunge heraus- 
genommen worden waren, salı man im Cavo mediastini poste- 
riori links am Körper des 4. Rückenwirbels eine livide, Sgro- 
schenstückgrosse Stelle, unter der aber der Knochen ‚selbst un- 
verändert war. In den herausgenommenen Eingeweiden konnte, 
ausser Blutleere, nicht sogleich etwas Krankhaftes entdeckt wer- 
den. Die gespaltene Luftröhre bot weder Entzündung , noch sonst 
eine Anomalie und kaum eine Spur von Blut, obgleich sich in 
der Mundhöhle noch viel Coagulum fand. Lungen nebst Herz- 
beutel und Herzen zeigten sich, bis auf Blutleere, ganz normal. 
Wo indess die grossen Gefässe aus dem Herzbeutel links in die 
Lunge treten, fand sich hinten am obern Lappen der linken 
Lunge, zwischen dieser und der Luftröhre, in der Höhe des 4, 
Rückenwirbels und also mit jener missfarbigen Stelle correspon- 
dirend, ein wallnussgrosser Abscess oder verschlossenes Geschwür, 
das hinter sich rechts die Speiseröhre und links die Aorta hatte, 
Von aussen geschlossen, enthielt es eine dicke, schwarzbraune, 
stinkende, mit etwas coagulirtem Blute vermischte Flüssigkeit. 
Die darunter liegende Lungensubstanz war gesund und die erste 
Untersuchung ergab keine Verbindung dieses Geschwürs mit ei- 
nem andern nahen Organe. Als aber die Speiseröhre. vom Pha- 
rynX aus gespalten wurde, fand man sie nicht nur mit coagulir- 
tem Blute gefüllt, sondern es zeigte sich auch an ihrer vordern.
	        
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