Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

422° Hl. Chirurgie und Ophthalmologie. 
die Wunde frei von Statten, das Einathmen geschahe durch den 
Kehlkopf; ein Röhrchen einzulegen, war deshalb unnöthig. Bis 
9 Uhr Abends ziemlich guter Zustand; viel Durst. « Nach dieser 
Zeit Verschlimmerung aller Zufälle; heftiges Fieberz Puls un- 
zählbar; der Schweiss hört auf; Athem 60 bie %0 Mal in der 
Minute. Die Wunde musste oft mit einer Sonde offen gehalten, 
der Schleim alle 5 bis 10 Minuten aus dem Rachen entfernt wer- 
den, um ‘die Erstickung zu verhüten. Drei Blutegel schafften 
keine Erleichterung. Zusammenfallen des Gesichts, schnappende 
Bewegung der Kinnlade. Gegen 4 Uhr Morgens merkliche Bes- 
serung; der Puls wurde distinct; der Athem ging 55 Mal in der 
Minute aus. und ein; die Besinnung war nach der Operation nie 
erloschen. Am folgenden Tage blieb der Zustand ungefähr der- 
selbe. Statt des Schwammes, ‚der bisher die Wunde bedeckt 
hatte, wurden jetzt einige Streifen Heftpflaster über den obern 
Theil derselben gelegt; durch den untern Winkel der Wunde ging 
das Ausathmen frei von Statten, Abends 9 Uhr ‘abermalige Ver- 
schlimmerung. Der Tod des Kindes wurde jeden Augenblick er- 
wartet .(4 Blutegel ohne viel Erleichterung). Um 2 Uhr ent- 
stand ein heftiger Erstickungsanfall mit Husten, Blanwerden u 
8, w.; er ging vorüber und das Kind schien erleichtert. Als man 
die Pflaster, die lose auflagen, :abnahm, fand sich ein ziemlich 
grosses Stück Nusskern in der äussern Wunde. Es war anschei- 
nend gequollen, doch nicht so weich, dass dessen Auflösung als- 
bald würde erfolgt seyn. Tage darauf besserte sich der Athem 
allmählich, blieb aber immer noch mit Geräusch beim Ausath- 
men verbunden. In der folgenden Nacht trat abermals heftiges 
Fieber, unzählbar schneller Puls ein; der Athem %8 Mal in ei- 
ner Minute. Dieser Zustand währte nur eine halbe Stunde. Von 
nun an erho!te sich das Kind bei guter Pflege und passender 
Arznei bald vollkommen und die Wunde heilte in wenigen Tar 
gen. : Noch jetzt, nach 6 Jahren, lebt es, ‚und nichts als eine 
etwas breite Narbe verräth die überstandenen Leiden. — An 
diesen Falt knüpft M. folgende Bemerkungen: Kr ‚beweist die 
Möglichkeit eines glücklichen Ausgangs dieser Operation bei ei- 
nem so jungen Kinde, — In den Fällen, wo, wie hier, die 
Exepiration beengt ist, reicht ein Winkelschnitt in die Luftröhre 
hin, das Athmen herzustellen; ohne dass man nöthig hat, ein 
Röhrchen einzulegen; auch kann ‘der fremde: Körper aus einer 
solchen Wunde einen bequemen Ausweg finden, Ist dagegen 
such die Inspiration verhindert, sa würde M. einen Ausschnitt 
aus’ der Luftröhre machen; denn die Respiration bleibend zu er- 
leichtern, scheint ihm die Hauptindieation; und ein Winkelschnitt 
bildet eine Klappe, die wohl die Exspiration, nicht aber. bei der 
Röhrengestalt des Organs die Inspiration zulässt. — Macht man 
den Schnitt hinreichend gross; so hat man nicht nur den Vor- 
theil, freies Athmen ohne Hülfe: eines Röhrchens zu erlangen, 
sondern der fremde Körper.‘ der wohl immer in der Lufäröälre
	        
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