Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

406 I. Pathologie, Therapie und medicinlsche Klfnik. 
nicht matt und verdriesslich fühlte. Uebrigens war. der Stuhl 
träge, es fanden sich oft Congestionen nach der Brust, und der 
Kranke war sehr zu katarrhalischen Beschwerden geneigt. Ple- 
thora abdominalis war offenbar vorhanden, und da alle Glieder 
seiner Familie an Hämorrhoiden litten, schloss W, auch bei ihm 
auf versteckte Hämorrhoiden. Da ein solcher Zustand oft grosse 
Reizbarkeit der Genitalien und Schwäche der Geschlechtsfunctio- 
nen hervorruft, so hoffte der Verf., dass mit Heilung dieses Zu- 
standes auch die Reizbarkeit und Schwäche der Genitalien als 
Wirkung desselben gehoben werden möchten. Er verordnete da- 
her auflösende Mittel und liess auch Marienbad. brauchen; wor- 
auf der Kranke sich recht wohl befand, ohne dass jedoch das 
besprochene Uebel sich hesserte.. Ein Jahr darauf bekam Pa- 
tient, wahrscheinlich durch Baden im Flusse, schmerzhafte Harn- 
beschwerden mit schleimigem Ausflusse aus der Harnröhre, die 
ein Arzt für venerischen Tripper- erklärte und ale solchen be- 
handelte... Unter dieser Behandlung verschlimmerte sich jedoch 
das Uebel. Der Kranke wendete sich daher brieflich an. W., 
der das Uebel für schleimige Blasenhämorrhoiden hielt und erst 
Püllnaer Bitterwasser mit Franzensbrunnen » dann das jod- und 
bromhaltige Heilbrunner Wasser trinken liess ,. wodurch binnen 
6 Wochen, dieses sehr schmerzhefte Uebel ganz gehoben wurde. 
Die Impotenz dauerte aber an. Der Kranke. benutzte nur 3 Wo» 
chen den Wisauer Säuerling dagegen und zwar nicht gahz ohne 
Erfolg, doch hielt die Besserung nicht an. Später stellte sich 
bei hartem Stuhle ein samenartiger Ausfluss aus der Harnröhre 
ein. Kin Arzt verschrieb dagegen, doch ohne Erfolg, Cicuta 
in starken Dosen, W. aber gab später auflösende, die Darmauses 
leerung befördernde Mittel, worauf das letztere Üehel sich gab; 
Während jetzt der junge Mann schon beschlossen hatte, ledig 
zu hleiben, verliebte sich leidenschaftlich ein Mädchen in ihn, 
dessen Eltern sich alle Mühe gaben, eine Partie zu Stande zu 
bringen. Unter diesen Umständen fragte der Kranke W, um 
Rath, der ihm natürlich das Heirathen nicht gut rathen konnte. 
Schon früher aber hatte ihm dieser gerathen, den- Beischlaf zu 
Hause im Bette Nachts oder Morgens zu versuchen, um zu se- 
hen (er war bisher immer Vormittags zu einer Lustdirne ge 
gangen), ob es dabei nicht. besser. ginge, doch war dies immer 
noch nicht möglich gewesen. Unterdessen thaten die Eltern je- 
nes Mädchens Schritte bei seinen Verwandten, um eine Heirath 
zu Stande zu bringen, und e8 kam :ohne sein Wissen so weit, 
dass er nicht Nein sagen konnte, ohne das von ihm geachtete 
Mädchen zu compromittiren. © In seiner Verlegenheit beschwor 
er den Verf. wiederholt um Hülfe , der ihn nach Gastein schickte. 
8 Monate später hielt er Hochzeit. . Beim ersten Beischlafe. er 
Folgte die Bamenausspritzung: noch etwas schnell, doch weit sp 
ter als je früher, bei. den folgenden aber. ging es gegen alle 
Erwartung gut. {Allg. mod, Beit., 1838, Ar, 30.} (Kr)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.