Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

I. Pathologie, Therapie und mediclnische Klinik, 387 
Dosen, nehmen; worauf Patient täglich 2 — 3 — 4 Stuhlauslee- 
rungen bekam und sich merklich besserte. Der Schmerz wurde 
milder, weckte den Kranken nicht mehr in der Nacht, verliess 
Ihn auch beim Schlafengehen und störte ihn nicht bei seinen Be- 
rufsgeschäften im Hause; jedoch regte er gich fortwährend bei 
jeder Gemüthsbewegung. und bei jedem Spaziergange ausser dem 
Hause, wie auch nach einem eingenommenen kalten Abendbrote. 
Da num auch die. Obstructionen wiederkehrten, so wurde eine 
4wöchentliche Karlsbader Brunnencur angeordnet, welche den 
Patienten so weit brachte , dass seine vollständige Genesung zu hof- 
feu steht. —. Eine in scirrhöse Entartung überzugehen drohende 
Zunge, welche vorzüglich am Rande bald mehr, bald stellenweis 
yerbreitete anffallende Röthe zeigte, härtlich, mit einem zarten 
Epithelium bedeckt, ‘an jenem Rande etwas rauh war und warme, 
scharfe, spirituöse Sachen nicht vertrug, wurde durch den Ge- 
brauch der künstlichen Karlsbader Wässer völlig geheilt. — Eine 
junge Dame, die an einem bedeutenden, bis zu Erstickungszu- 
fällen gesteigerten Schleimasthma, das mit einem alten Stickhu- 
sten wechselte, an. Infareten des Unterleibes und mannigfachen 
Unterleibsbeschwerden litt, fand in dem 4wöchentlichen Gebrau- 
che des künstlichen Emser- und Karlsbaderbrunnens dauerhafte 
Hülfe. — Kin 86jähriger Handwerker litt, ungeachtet er diät 
lebte, sich viel. im Freien bewegte und abführende Mineralwäs- 
ser gebrauchte, an äusserst hartnäckigen Unterleibsbeschwerden 
und. war bei einer abdominellen, blassgelblichen Gesichtsfarbe 
stets in hohem Grade zu Stuhlverstopfungen und Gemüthsver- 
stimmungen geneigt, Auch auf dieses eingewurzelte Unterleibs- 
übel. wirkten die 6 Wochen fortgebrauchten Karlsbader Wässer 
sehr heilsam. — Ein schon ältlicher Mann bekam in Folge ei- 
nes heftigen Schreckens Geschwüre am Kopfe und im Nacken, 
und zuletzt ein hitziges Nervenfieber, welches nach einer fast 
zweimonatlichen Dauer zwar glücklich beendigt wurde, aber eine 
bedeutende Gedächtnissschwäche zurückliess. Verf., an den sich 
Patient deshalb wendete, verordnete, bei vorhandener Vollsaftig- 
keit; ‚einige Aderlässe, gelind abführende Mittel, angemessene 
Diät, liess die Eiterung des bereits früher gelegten Eiterbandes 
im Nacken unterhalten, und rieth zur fortgesetzten Anwendung 
kalter Uebergiessungen im lauwarmen Bade. Wegen gleichzeiti- 
ger Stockungen im Unterleibe und Hämorrhoidal - Anomalieen 
wurde Patient 6 Wochen nach Marienbad geschickt, wo sich zwar 
sein Allgemeinbefinden besserte, die Gedächtnissschwäche aber 
blieb. Nun wurden wieder Vebergiessungsbäder , die Douche ap- 
Plicirt, etatt des zu empfindlichen Eiterbandes eine Fontanelle 
von 3 Erbsen am Oberarme gemacht, für tägliche Leibesöffnung 
ECsorgt und innerlich die 7inct, Arnicae simpl. aud Colocynthi- 
dis gebraucht. Dabei wurden alle nahrhaften, reizenden nnd. er- 
hitzenden Speisen und Getränke untersagt. Nachdem dieses Ver- 
fahren längere Zeit befolgt worden war und zu Hoffnungen be-
	        
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