Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

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VI. Staatsarzneikunde 
sich einer planmässigen Cur unterwirft und ohne 
Widerspenstigkeit alles Erforderliche ohne Aus- 
nahme befolgt, so ist höchst wahrscheinlich sein 
Gesundheitszustand dem normalen wieder nahe zu 
bringen; — ausserdem aber und bei fernerem Zusammenleben 
mit seiner von ihm nicht mehr geliebten Frau, die 80 oft seinen 
Zorn erregt, — dürfte sein Zustand leicht in gänzliche 
Geisteszerrüttung und in baldigen Tod übergehen 
(der auch wirklich 14 Monate später erfolgte). — M. d. 25. Juni 
1823. — S. — [Henke’s Zeitschrift, 1832, 4. re yahrheft.] 
L—t. 
257. Gutachten über einen Fall von  Geweltsamenm 
Erstickungstode, Ganz wider Erwarten fand man eine Per- 
son in ihrem Zimmer todt. Der männliche-Leichnam war 5 Fuss, 
2 bis 3 Zoll lang, anscheinend in einem Alter von 30 und eini- 
gen»Jahren und wohlgenährt. An der linken Seite des Halses, 
in der Nähe des Unterkiefers, befanden sich drei, von der Ober- 
haut entblösste, blutrünstige Stellen. Von diesen hatte die er- 
ste, am meisten nach aussen und innen gelegene, eine Länge 
von vier Linien und eine etwas gebogene Gestalt. Ihre Conve- 
xität war nach aussen und unten, ihre Concavität nach innen und 
oben, wie von dem Eindrucke eines Fingernagels. Die zweite 
befand sich fast einen Finger breit weiter nach vorne und innen, 
war ebenfalls länglich, drei Linien lang und nicht gebogen. Die 
dritte wunde Stelle Jag mehr nach oben und innen, einen Fin- 
gerbreit weiter nach dem Kehlkopfe zu, war oval und mit tro- 
ckenem Blute bedeckt. An der rechten Seite des Unterkiefers, 
in der Nähe des Kinnes war eine wunde Hautstelle wahrschein- 
lich vom Eindrucke eines Nagels entstanden. Auf der linken 
Brust, an ihrem obern Theile, fand man eine Sugillation von dem 
Umfange eines Handtellers; am Unterleibe mehrere querlaufende 
Streifen von ähnlicher dunkeler Färbung, wie auch eine derglei- 
chen von der Grösse eines Thalers an der linken Seite des Hal- 
ses in der Nähe vom Unterkiefer, Der Penis war an der Ei- 
chel geröthet und mit einer kleberigen Feuchtigkeit benetzt. An 
der innern Fläche des Leichnams sah man die gewöhnlichen 
Todtenflecken, und die Finger beider Hände gekrümmt. — Die 
Sinus der harten‘ und die Gefässe der weichen Hirnhaut waren 
nur mässig mit Blut gefüllt, wie auch das grosse und kleine Ge- 
hirn. In den. Höhlen dieses Organes war ein Theelöffel voll 
Wasser enthalten; auf dem Grunde des Hirnschädels fand man 
1 bis 2 Theelöffel voll Wasser, Sonst nichts Pathologisches, — 
Beide Lungen, besonders aber die rechte, waren mit dem’ Rip- 
penfelle verwachsen, von dunkeler Farbe und stark mit dunkelm 
Blute gefüllt. Im Herzbeutel fand sich ein Esslöffel dunkelro- 
then blutigen Wassers. Das Herz war von Fett umgeben‘ und 
in der linken Herz- und Vorkammer ohne Blut. Die rechte Vor- 
kammer war stark mit dunkelm Blute angefüllt; in der rechten
	        
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