Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

V. Gynäkologie und Pädiatrik. 8 
an den Schädel gestellt werden muss, die Trepankrone densel- 
ben nicht gleichmäseig in allen Punkten berührt, sondern immer 
nur an der, den Schambeinen zunächst gelegenen Stelle fasst, 
wodurch die Durchbohrung des Knochens ungemein erschwert 
wird, Diesem Uebelstande ist an dem neuen Instrumente durch die 
Beckenkrümmung abgeholfen, Dasselbe hat auch, statt des‘ ge- 
wöhnlichen geraden Griffes, eine Kurbel, welche das Geschäft 
wesentlich erleichtert, indem nur wenig Kraft erfordert wird 
und die Hand gar nicht ermüdet. Endlich hat es, um die Tre- 
pankrone selbst und zugleich den Kindeskopf zu fixiren: (was die 
bisherigen Perforatorien nicht vermögen), in der Krone, wie bei 
dem Perforatorium von. AssaLını und Rırtcen, einen Tirefond, 
welcher den Knochen’ fasst (wenn er nicht auf eine Sutur oder 
Fontanelle zu stehen kommt), bevor die Krone eingreift. — Ein 
solcher Kurbeltrepan mit Beckenkrümmung besteht aus einer Mes- 
singscheide oder Schutzröhre und aus einem Kisenstabe. Die 
Messingscheide ist völlig rund, cylindrisch, 9 Pariser Zoll lang, 
hat dieselbe Beckenkrümmung, welche die Zange hat, und 9 
Linien im Durchmesser. Am untern Ende hat ‚die Röhre einen 
13 Zoll langen Aufsatz, in welchem sich ein zolllanger und et- 
was über eine Linie breiter Einschnitt befindet, durch welchen 
eine geknöpfte Schraube zur Mündung einer, mit einem Schrau- 
bengewinde versehenen Oeffnung am hintern Ende der Röhre 
dringt, um so den Aufsatz nach Belieben festzustellen. Der hin- 
tere Theil dieses Aufsatzes ist durch eine Messingplatte ver- 
schlossen und hat nur eine kleine Oeffnung für den Stiel der 
Trepankrone, der hier in die Kurbel übergeht. Durch diese 
Vorrichtung kann die Krone bald‘ ganz, bald theilweise entwe- 
der vor- oder zurückgeschoben werden. — Der Eisenstab ist 
9} Zoll lang, gegen 3 Linien dick und aus 3 Gliedern zusam- 
mengesetzt, welche durch 2 Kugelgelenke mit einander verbun- 
den werden, so dass man den Stab nach Belieben beugen kann. 
Am obern Ende des Eisenstabes befindet sich die Trepankrone 
von 10 Zoll Länge und 8 Linien im Durchmesser; sie ist cy- 
lindrisch und hat perpendiculäre Zähne, zwischen diesen zwei 
grosse Ausschnitte und zwischen jeglichen 3 Zähnen noch eine 
Längenspalte, theils um das Instrument besser zu reinigen, theils 
damit die Späne nicht hinderlich werden können. ‚Die Zähne 
sind mässig gross und nach der Drehseite zu convex und scharf, 
Der in der Mitte fest sitzende Tirefond ragt 2—93 Linien über 
den Zahnlauf hervor. Der ganze Eisenstab und die Trepankrone 
liegen in der Schutzröhre, ausgenommen das Kurbelende. — 
Der Gebrauch des Instrumentes ergiebt sich von selbst. Dasselbe 
wird für 5—06 Thaler von. dem Instrumentmacher Windler in 
Berlin gefertigt. [Busch’s, d’Outrepont’s u. Ritgen’s neue Zeit- 
Schrift f, Geburtskunde , 1833, Bd. 1, Hft. 1.] (V—t.)
	        
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