Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

V.. Gynäkologie und Pädiatrik. 
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aber immer welk und schlaffz des Nachmittags trat ein starkes 
galliges Erbrechen mit Erleichterung ein. Ein Diätfehler am 
22. brachte allgemeine Verschlimmerung, Schmerzhaftigkeit u. 
8. w. hervor, welche die Anwendung von Blutegeln, Calom., 
Opium. und Digital. nöthig machte. Am 26. konnte sie schon 
im Bette aufrecht sitzen; der Puls schlug noch 100 Mal; die 
Lochien flossen reichlich. Am 30. war Pat. aus dem Bette; 
neue Schmerzen im Unterleibe machten aber eine . wiederholte 
Application von Blutegeln nöthig. Bis zum 12. Mai war sie wie- 
der ziemlich wohl, als sich plötzlich ein sehr reichlicher, schlei- 
mig - eiteriger Ausfluss aus der Scheide und dem Uterus einstellte, 
der mehrere Stunden fortdauerte, anfangs geruchlos, dann aber 
sehr übelriechend ward, und unbezweifelt der Inhalt eines nach 
Aussen sich entleerenden, innern Abscesses war. Zuerst wur- 
den Einspritzungen von warmem Wasser, dann von Hafergrütze 
gemacht, und eine kräftige Diät angeordnet. An den beiden 
folgenden Tagen wurde der Ausfluss schon geringer; die Kranke 
erholte sich zusehens und erfreute sich seit der Zeit einer voll- 
kommenen Gesundheit. — Im Sommer 1830 war sie wieder 
schwanger, und D. wurde aufgefordert, sie zu entbinden. Am 
17. Jul. traten die ersten Wehen einz das Kind hatte eine Steiss- 
lage; zwischen der Entwickelung der Schultern und des Kopfes 
verstrich eine etwas lange Zeit, so dass das Kind wahrschein- 
lich durch den Druck auf die Nabelschnur umkam. Es war ein 
starker, ausgetragener Knabe. Die Wöchnerin erholte sich schnell, 
und befand sich völlig wohl, bis sie am 6. Dee. einen heftigen 
Blutverlust bekam und wahrscheinlich abortirte. — Im Nov. 1831 
kam die Frau wiederum leicht nieder und gebar diesmal einen 
lebenden Knaben. Sie war nach dieser Zeit fortdauernd wohl. 
[Edinburgh med. and surgic. Journ,., Jul, 1833.] (Fr.) 
254. Ueber eine im Uterus verbliebene Placenta; 
von F. Y. Porcuer, Dr. M. in Charlestown. N., 30 Jahre alt, 
seit 2 Jahren verheirathet, war zwei Mal schwanger gewesen 
und hatte beide Male abortirt. Das 3. Mal trug sie vollkommen 
aus und gebar nach langen und schwachen Wehen den 13. Febr, 
1831 Abends um 4 Uhr. Bald nachher fühlte man, dass der 
Uterus zusammengezogen und hinabgesunken war, und die Un- 
tersuchung durch die Scheide zeigte, dass sich derselbe ganz 
fest geschlossen hatte, und der Finger nur mit Mühe eindrin- 
gen konnte. Nach langer Anstrengung gelangte P. mit der Hand 
in dessen Höhle und fand die Placenta nicht nur überall so fest 
angewachsen, dass er sie nirgends ‘lösen konnte, sondern auch 
keine Gränze derselben, indem sie über die ganze Fläche ver- 
breitet warz er musste daher die Hand unverrichteter Sache zu- 
rückziehen. Sonderbar war es, dass der an der Nabelschnur 
fortgehende Finger nichts von der gewöhnlichen schwammigen 
Masse fühlte, denn der Strang schien in die Masse des. Uterus 
zu gehen. Der dazu gerufene Dr. GLowER machte . dieselben
	        
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