Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

' V. . Gynäkologie und Pädiatrik, 
Gewzsr heisst dieses Verfahren gut. Wie unser Verf. die Hy- 
steralgie behandelt, haben wir‘ oben gesehen. [Busch's, d’Ou- 
trepont’s und Ritgen’s neue Zeitschrift für Geburtskunde, 1833, 
Bd. 1, Heft 1.] . (V—t.) 
253. Fall einer Zerreissung der Gebärmutter 
Während der Geburt mit erfolgter Heilung und Nie- 
derkunft 15 Monate später mit einem ausgetragenen 
Kinde; von S, Dunn. Eine 37jährige, magere, bleiche Frau, 
welche bereits 7 Geburten, und unter diesen nur zwei schwere 
überstanden hatte, fiel in der achten Schwangerschaft auf die 
Hüfte, indem Jemand einen Stuhl plötzlich unter ihr wegzog, 
worauf sich eine nicht unbedeutende Geschwulst der Schamlef- 
zen einstellte. Nach Beseitigung dieser befand sie sich bis zu 
ihrer Niederkunft ziemlich .wohl. Diese trat am 15. April 1829 
Morgens 3 Uhr ein; die Wehen waren halb 6 Uhr recht kräf- 
tig, dann setzten sie bis 11 Uhr aus; um 3 Uhr war der Mut- 
termund hinlänglich erweitert; der Kopf war der vorliegende 
Theil; die Blase wurde gesprengt; es kam wenig Wasser; die 
Wehen dauerten heftig fort, und bei einer sehr starken rief die 
Kranke plötzlich, sie fühle, dass eben etwas in ihrem Innern 
zerrissen sey. Sie ward bleich; der Puls schwand, und die 
Wehen hörten auf. D. ward jetzt gerufen; die äusseren Theile 
fand er alle erschlafft, den Kopf auf dem. Beckenrande aufste- 
hend. Da keine Wehen vorhanden, und beide Füsse sich leicht 
fassen Nessen, so machte er die Wendung. Die Unterleibswan- 
dungen der Frau waren so dünn, dass man die Wirbel des Kin- 
des, das aber nicht in die Bruchhöhle gefallen war, durchfüh- 
len konnte, eben so konnte D. die Finger seiner eigenen in die 
Gebärmutter eingebrachten Hand durchfühlen. Nachdem Schul- 
ter und. Hals geboren war, musste der Kopf mit dem Haken 
entwickelt werden. Das Kind war leblos. ‚Als D., um die Nach« 
geburt zu holen, wieder mit der Hand in den Uterus drang, 
fühlte er eine grosse fibröse Masse mit breiten , bandartigen Ver- 
bindungen, und dieses war deutlich der Querrand des zerrisse- 
nen Uterus und die breiten Mutterbänder. D, fühlte mit Leich- 
tigkeit durch diese Oeffnung die Wirbelsäule, und als er sehr 
weit in die Höhle hineinreichte, berührte er auf der linken Seite 
einen weichen, ovalen Körper, den er für die Niere hielt. — 
Die Kranke war sehr aufgeregt; der Puls beschleunigt und fort- 
währendes Erbrechen zugegen; 50 Tropfen Opiumtinetur erbrach 
sie gleichfalls. Nach einer Stunde war der Puls klein, schlug 
150 Mal in der Minute; viel Schmerz im Unterleibe, wenig Lo- 
chialfluss. Sie bekam eine Opiumpille. Der Urin ward mittelst 
des Katheters abgelassen. Das Erbrechen dauerte am folgenden 
Tage noch fort; am 3%. bekam sie nach einigen Coloquinten- 
pillen Oeffnung; sie geniesst ein wenig, die Schmerzen sind ge- 
linder, aber noch kein Schlaf. Am 21. befand sie sich viel bes- 
ser; die Lochien waren stärker geworden, die Brüste blieben 
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