Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

HI. Materla medica und Toxikologie, 81 
ren den Hals mit epeckigen, hoch- und rothrandigen, zackigen, 
fressenden Geschwüren bedeckt trug. Die zweite Kranke, eine 
60jährige Frau, war mit einem venerischen Mädchen viel um- 
gegangen, woranf ihr ein schmerzhaftes Geschwür das ganze 
Gaumensegel hart am Gaumenbeine weggefressen hatte, so dass 
es rechts nur noch durch eine schmale Brücke mit dem vordern 
Gaumenbogen zusammenhing.. Bei reichlichem Gebrauche von 
Mercurialpillen war das Uebel immer schlimmer geworden. Der 
8. Kranke, ein 36jähriger Kaufmann, war in der Jugend von ei- 
nem der ersten Aerzte Londons an einem Chanker des Penis be- 
handelt worden. Auf seiner weitern Reise hatte er in Russland 
und Frankreich wegen Wiederausbruch der Lues ärztliche Hülfe 
suchen müssen, dann war er eine Zeit lang gesund gewesen, 
später aber hatte er Jahre lang wegen härtnäckiger Halsgeschwüre 
eine Menge Quecksilber. in allen Formen genommen, die Hun- 
gercur zwei Mal überstanden und Bäder und Blutreinigungen ohne 
Ende gebraucht, wodurch er sehr abgefallen war, Zuletzt zeig- 
ten sich noch Geschwüre auf dem Schlüsselbeine und dem Ur- 
aprunge der Achillessehüe, die heilten und wieder aufbrachen, 
Ja oft sehr fressend wurden. M. gab allen dreien Jodin und 
) zwar allein, dabei aber. verordnete er, besonders dem 3. Kran- 
ken, gute, nahrhafte Kost und liess sie stets in frischer Luft 
seyn, worauf die Geschwüre zusehends heilten, die Constitutio- 
ven sich besserten und alle Rückfälle ausblieben. Doch schwand 
bei Keinem das Uebel eher, als bis Ganmensegel und Zäpfchen 
ganz zerstört waren, was nur die Stimme der alten Frau etwas 
jerränderte, In allen Fällen erzeugte das Jodin einen wahren 
Heisshunger, — Später hat M. noch eine Frau, die. vor.4 Jah- 
ren, als sie schwanger war, angesteckt wurde, ein Kind gebar, 
das nachher einen für syphilitisch gehaltenen und vergebens se 
behandelten Ausschlag bekam, selbst lange antisyphilitisch be- 
handelt und im Winter 1823 an fressenden Halsgeschwüren litt, 
{80 ‚wie ein gesundes, nie ein syphilitisches Symptom zeigendes, 
28jähriges Mädchen, dem ein eirandes Geschwür das Gaumen- 
segel in wenigen Tagen olıne weitere Zufälie bedeutend zerfrass, 
in Kurzem durch Jodin geheilt. Obgleich Einige mehrere Un- 
zen der Tinetur nahmen und sich nicht so hielten, wie Cormrr 
angiebt, so hat der Verf, doch nie üble Wirkung davon gesehen. 
fin Mal wurde durch dieses Mittel auch lästiges Aufkratzen und 
Auswerfen eines zähen, festen Schleims aus der Luftröhre, das 
Jahre lang bei einer sonst gesunden Person auf uwnerträgliche 
Weise angehalten , oder vielmehr sich nöthig gemacht hatte, um 
lästiges Kriebeln und Stechen in der Gegend des Kehlkopfes 
wegzubringen, geheilt, Vom Verechwinden der Anschwellungen 
der Schilddrüse mach dem innern und äussern Gebrauche des 
Jodiss, oder von den “einzelnen Drüsenanschwellungen im Na- 
eken, den Achselhöhlen und der Weiche will M. um deshalb 
weniger sagen, weil diese oft olıne Weiteres entstehen oder ver-
	        
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