Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

III. Materia medica und Toxikologie. 857 
Chinins oder der China Heilung, und der fortgesetzte Ge- 
brauch des Arseniks (3j— 3)j der Solution) neben dem Chinin 
(1 Gran auf 3 Mal) oder der China (356 eben so oft) an den 
Tagen, wo Recidive zu kommen pflegen, verhütete jeden Rück- 
fall. An den Tagen, wo Chinin oder China gegeben wurde, 
liess Verf, keinen Arsenik, und diesen auch nur neben bitteren 
Mitteln nehmen, im Fall Digestionsschwäche hervorstach. Selbst 
bei einem 19jährigen Jünglinge und einer 14jährigen Jungfrau 
bewährte der Arsenik seine fiebervertreibende Kraft ohne Nach- 
wirkung übeler Art. Ist das Fieber eine reine Neurose und 
weicht es dem Gebrauche der China und des Chinins nicht, so 
giebt Verf. den Arsenik- sogleich; ausserdem aber gegen Reeci- 
dive, denn der Arsenik soll mehr Fieberanfälle zu verhüten, als 
Fieber zu vertreiben vermögen. [Horn’s Archiv, 1833, Mai, 
Juni. | POAG (V—t.) 
244. Salzsaures Gold; aus Sanitätsberichten nach Mit- 
theilungen des Dr. Spirırus. S. rühmt die grosse Heilkraft die- 
ses Mittels gegen eingewurzelte Lustseuche, heftigen Rheuma- 
tismus und Lähmung und bezieht sich dabei auf das Ansehen, 
in dem das Gold Jange bei den alchymistischen Aerzten stand. 
Er gab es einer zarten jungen scrophulösen Frau, die an Lust- 
seuche litt und Mund und Rachen voll Geschwüre hatte. Sie 
war bis dahin von einem geschickten Wundarzte mit verschiede- 
nen Quecksilbermitteln und zwar stets bis zum Speichelflusse, 
doch ohne Erfolg behandelt worden. Sie bekam das salzsaure 
Gold zu „4 Gr. mit Kxtr. Cieut. in Pillen und wurde binnen 
6 Wochen geheilt. Ferner gab S. dasselbe einem 60jährigen 
vom Schlage gerührten Manne, der an Lähmung der Zunge und 
rechten Seite litt und bereits alle gerühmten Mittel vergebens 
genommen hatte. Er erhielt. es zu +7 Gr., später zu 4, und 
zwar, heftiger Verstopfung wegen, wechselnd mit Tinct. colo- 
cynthidis. Gleich in den ersten Tagen zeigte sich deutlich gute 
Wirkung und bei fernerem Gebrauche dieser Mittel schritt die 
Besserung langsam vor. — Merkwürdiger als diese Fälle ist der 
folgende: Kin junger, wohlgenährter, vollsaftiger Mann, der schon 
mehrmals an heftigen rheumatischen Uebeln gelitten hatte, be- 
kam ein starkes rheumatisches Fieber mit schmerzhafter Ge- 
echwulst der Glieder, Letztere achwand schon am nächsten Tage, 
indem sich das Uebel auf's Herz warf und heftige unregelmäs- 
sige Pulsation mit grosser Beklemmung erzeugte. 5 Aderlässe 
und der Appar. antiphl. beseitigten die dringende Lebensgefahr, 
aber nichts konnte den Kranken von seiner Angst befreien und 
Selbst die Blausäure wollte zuletzt nicht mehr palliativ helfen. 
Jetzt verordnete S.: BR. Auri muriat. gr.}, Solv. in Aq. Meliss, 
3j et add. Syr. Chamom. 3jj. S. Alle 2 Stunden einen Caffee- 
Jöffel. Auf dieses Mittel, von dem der Kranke den ersten Löf- 
fel gegen Mittag genommen hatte, war schon die nächste Nacht, 
und zwar seit dem Erkranken zum ersten Male, ruhig. "Tags
	        
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