Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

506 IL, Materia medica und Toxikologie, 
seine Kräfte. Einreibungen und fleissige Bewegung hoben nach 
und nach diese Schwierigkeiten; er kann wieder ohne Unter- 
stützung herumgehen, Treppen steigen und empfindet nur we- 
nig Steifheit in den Gliedern. Die Stuhlgänge finden regelmäs- 
sig Statt, ohne Hülfe von Arzneien; sein Allgemeinbefinden ist 
gut. [Americ. Journ. of Med, Sc. — Mediz. Zeit, des Aus- 
landes, Nr. 70, 1833.] (Fr.) 
242. Schwefelsaures Chinin gegen periodischen 
Rheumatismus; mitgetheilt von Dr. RıcnrerR in Wiesbaden. 
Ein sehr lebhaftes , schwächliches, regelmässig menstruirtes Mäd- 
chen befand sich bis zum 18. Jahre, wo sie sich durch Erkäl- 
tung ein rheumatisches Fieber zuzog, leidlich wohl. Nach Besei- 
tigung dieses Fiebers wurde die Kranke häufig von heftigen 
Schmerzen in einigen cariösen Zähnen befallen. Die Ausziehung 
derselben blieb erfolglos, denn bie früheren Zahnschmerzen ver- 
wandelten sich nun in heftiges schmerzhaftes Reissen der gan- 
zen rechten Unterkieferhälfte, das anfange täglich mehrere Male, 
oft‘ auch in der Nacht auftrat, stundenlang anhielt, grosse Hin- 
fälligkeim zurückliess und nach einigen Wochen regelmässig  pe- 
riodisch wurde, da es sich nun täglich früh gegen 10 Uhr zeigte 
und nur eine halbe Stunde in seiner Heftigkeit anhielt. MNach- 
dem mehrere Wochen alle passenden Mittel, selbst Brechmittel 
kurz vor dem Anfalle vergeblich angewendet worden waren, liess 
R. früh Morgens einen Gran Chinin, sulph., 2 Stunden darauf 
eben so viel und eine Stunde vor dem zu erwartenden Anfalle 
eine gleiche Gabe mit etwas Zimmt nehmen, wodurch es ge- 
lang, schon das erste Mal den wieder gegen 10 Uhr sich ein- 
stellenden Schmerz der rechten Unterkieferhälfte in Zeit und 
Heftigkeit zu mindern. In den 3 nächsten Tagen wurde das 
Chinin, sulph. in derselben Dosis und Form noch fortgebraucht. 
Schon vom 2. Tage blieb das.erwähnte Leiden gänzlich aus, und 
seit 8 Monaten befindet sich die Genesene völlig wohl. [Med, 
Zeit. v. Vereine f. Heilk. in Preussen, 1833, Nr. 33.] (K—e.) 
243. Vom Nutzen des so sehr gefürchteten Arse- 
niks in intermittirenden Fiebern; von Dr. Torr. Ein 
corpulenter Müller, der schon seit 6 Monaten am Fieber litt, 
bekam China- und Ingwerpulver, mit Zimmtwasser zum Schüt- 
teltränkchen gemacht und in den Apyrexieen genommen, und 
hinterher‘ Morgens und Abends 5 Tropfen Liquor natri arseni- 
cosi Harlesiü, Das Fieber verschwand und, kehrte nicht wieder, 
fungeachtet nur eine Drachme jenes Liquors verbraucht war. Da 
sich auch später nach dieser Behandlung nicht der geringste 
Nachtheil veroffenbarte, so wandte Verf. den Arsenik noch bei 
[12 Kranken an, welche sich theils schon lange mit ihrem Fie- 
ber ‚schleppten, theils immerfort Recidive bekamen. Die erstern, 
welche bisher durch keins der bekannten Fiebermittel hatten be- 
freit werden können, fanden in der oben genannten Arsenikso- 
Jution, so wie in dem gleichzeitigen Gebrauche des
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.