Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

350 II. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
Chanker- Bubonen , sind ein, Noli me tangere, wobei man die Na- 
tur walten lassen muss.‘ Will sie Eiterung, so wird der Kranke 
um 80 sicherer vom Grund aus vom Gifte befreit werden, Wird 
der primäre Chanker gleich richtig behandelt, so kommt es nicht 
zu Bubonen. Tripperbubonen zertheilen sich von selbst, wenn 
der Tripper richtig behandelt wird. Gegen grosse, eiternde 
Wunden syphilitischer Natur. und. gegen Exostosen wirkt Salbe 
aus Tereb. und Mücil. &@. arab. ganz vortrefflich. Bei Scrophu- 
lösen verbindet. P. mit dem Merc. praec. rub. Zinnober und Ci- 
cuta. .. Ersteren verordnet er gewöhnlich so: BR. Merc. praecip. 
rubr. gr. 3jj —v, Morph. acet. gr. j, Pulv. rad. Althaeae q. 8. 
ut f. c. git. aliqg. Ag. dest. pil. xx Consp. Lycop. S. Eine Pille 
1 Stunde nach dem Frühstück und vor Schlafengehen. Bei Scro- 
phulösen setzt er jeder Pille Cicwt, und Cinnab. ana gr. } zu, 
thut dies auch gewöhnlich bei alten syphilitischen Affectionen. 
Vollkommene Mercurialoxyde verträgt der Körper sehr gut, zu- 
mal da sie in kleinen Gaben höchst wirksam sind. Am feind- 
seligsten wirken die Halboxyde in ihren verschiedenen Graden, 
Beginnende Syphilis: wird mit wenigem rothem Präcipitat sehr 
bald geheilt, alte, eingewurzelte fordert oft längeren Gebrauch, 
von dem man aber in kleinen Gaben bei gehörigem Warmhalten 
nichts zu fürchten hat. Ja .er. verlangt gerade nicht die strenge 
Diät, welche andere Mercurialia heischen. Salivation ist nach 
P. ganz überflüssig, ja sehr unwillkommen: nicht leicht ruft aber 
Präcipitat dieselbe hervor. Leiden die Knochen mit, so ist das 
beste Adjuvans Sabina, leiden die Drüsen Cicuta, und leidet die 
Haut Salvia.. In den beiden letzten Fällen ist auch Cinnab. 
und der, mit Unrecht vergessene Merc. violaceus Pharm. Paris, 
am Platze. Der Verf. kennt, langer Erfahrung zu Folge, keine 
lächerlichere Furcht, als die vor vollkommenen Oxyden, da sie 
nur schaden, wenn man sie unverständig giebt, dass sie auf Ma- 
gen und Darmcanal als Corrosiva wirken. Das über Gebühr an- 
gewendete Kalomel ist der Unheilstifter! [Hufeland’s Journ, d. 
prakt. Heilk., 1833, Mai.] (K— e.) 
239. Syphilis und Pocken; beobachtet vom Prof. Dr. 
BLUMENTHAL Zu Charkow.. Ein junger Mann von 20 Jahren for- 
derte, von einem Fieber ergriffen, B’s. Hülfe. ” Am 3. Tage des+ 
selben brachen falsche Blattern, der Form nach Varicellae glo- 
bosae, aus, hielten regelmässigen‘ Verlauf, am %. Tage bildeten 
sich Schorfe, der Krauke verliess das Bett, und vom 9. Tage an 
stellte B. seine Besuche ein. Einige Tage darauf wurde er je- 
doch wieder verlangt, weil sich, nach Erkältung, Halsbräune 
gebildet habe. Er verordnete Blutegel, doch die Entzündung 
ging in Eiterung über, die durch erweichende Dämpfe befördert 
wurde. Nach aufgebrechenem Abscesse bildeten sich aber tiefe, 
speckige (Geschwüre, worauf der Kranke bekannte, dass er vor 
ungefähr 4 Wochen ein Ulc. venereum primarium in der Eichel 
schnell mit äussern Mitteln vertrieben habe. Zugleich fingen die
	        
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