Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

MI. Pathologie, Therapie und medieinische Klinik. 335 
etwas Krankhaftes entdecken, und der Steinwurf musste“ daher, 
ohne freilich das Wie entdecken zu können, als bedingende Ur- 
Sache betrachtet werden. KEitwas, was. in genauer Beziehung zu 
diesem Falle stände, konnte der Verf. auch bei ‘den Schrifistellern 
nicht auffinden. [Heidelberger Klin. Antanlen 0, MN Hft. 4.] 
tee (Hr) 
228, Stomatitis pseudo-membranace a. — Kin 6jäh- 
riger, zärtlicher Knabe, seit lange der Onanie ergeben, wurde 
eben aus der‘ Abtheilung der Grindköpfigen ‚entlassen, als er 
Halsweh; erschwertes Kauen und Schlucken fühlte, wobei etwas 
Speichelfluss sich zeigte und die Nackendrüsen anschwollen. Am 
9. Febr. war sein Athem stinkend,; die linke Backe geschwol- 
len, im Munde sah. man weissgrauliche Pseudoemembranen am 
Gaumen, linken Backen, Zungenrande und Unterlippe. Die Man- 
deln waren geschwollen; auf der. liuken zeigten sich weisse 
Punkte; das Zahnfleisch war schwammig; der Auswurf- blutig; 
aber der Puls wenig fieberhaft und keine besondere Störung der 
Verdauungswege‘ (4 Blutegel hinter den Winkel der Kinnlade; 
täglich 3 Mal die häutigen Gebilde mit Chlorkalksolution zu: be- 
streichen und zu gurgeln; Diät nicht zu‘ etreng). Nach 3 Tagen 
waren die 2 häutigen Stücken vom Gaumen‘ verschwunden; die 
andern verkleinert. Man führ so fort und den 25. Febr. ward 
der Kranke entlassen. [Gazette med, de Paris, Nr. 50, 1833.] (Fr.) 
229.. Halsentzündung mit speckiger Ausschwi- 
tzung (Angine couenneuse). Kin Chorknabe, 11 Jahre 
alt, bekam am 27% Dec. ohne bekannte Ursache Halsweh und 
Fieberbewegung. Den folgenden Morgen war das Schlucken sehr 
erschwert und die Stimme rauh. Dies dauerte bis zum 14. Jan,, 
wo der Knabe in’s Hospital kam. Die Mandeln waren geschwol- 
len, so wie das Velum und die Uvulaz die linke Mandel und’ der 
Arcus glossopalatinus waren mit einer grauen Membran ‚über- 
zogen; das Schlucken blieb schwer; der Halsschmerz nicht be- 
deutend; die Stimme war näselnd; die Zunge mit einem-breiigen 
Ueberzuge bedeckt; der. Athem stinkend; die Nackendrüsen an- 
geschwollen; der Unterleib aber gesund, und der Puls hatte nur 
90 Schläge. Verordnet wurden: Fussbäder mit Senf und wieder- 
holt Blutegel, doch ohne besondere Erleichterung. Hierauf wurde 
erst zwei, dann ‚drei Mal täglich Chlorkalk in Pulver auf die 
Pseudomembranen gestreut und mit Chlorsolution gegurgelt. Nach 
2 Tagen hatte die Stelle schon abgenommen; sie war exfoliirt 
oder aufgesaugt worden. Nach 6 Tagen war alles verschwun- 
den, bis auf eine kleine geschwürige Stelle, wo das Fell geses- 
sen hatte, die bald durch, Chlorgebrauch heilte,‘ Am 10. Jan. 
ward der Kranke entlassen. |Kbendasetbst.): +. (Fr.)‘ 
230. Fall von Stomatorrhagie; mitgetheilt. von Dr. 
Droste in Osnabrück.‘ Ein 18jähriger, grosser und kräftig ge- 
bauter Lehrling in einer Tabaksfabrik, der, bis auf ein. Nerven- 
fieber im 8, Jahre, immer gesund gewesen war, bemerkte im
	        
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