Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

28 MM. Pathologie, Therapie und medieinische Klinik. 
durch Mittel der freiwillige Urinabgang nicht zu erlangen: war, 
und die grössere Anfüllung der Blase beschwerlich wurde, musste 
S. am 81. Dec. den Katheter anwenden ,.‘ was ihm zwar gelang, 
doch nicht ohne Schwierigkeiten, da in der Blasenhalsgegend ein 
mechanisches Hinderniss zu seyn schien. Als er aber den. in 
der Nacht angesammelten Urin, von dem der Kranke von selbst 
nichts fortschaffen konnte, am 1. Jan. wieder mittelst Katheters 
ablassen wollte, floss; sobald nach Berührung des Blasenhalses 
das Instrument wieder herausgezogen wurde, weil empfindlicher 
Schmerzen wegen dasselbe nicht in die :Blase zu bringen war, 
statt des Urins ungefähr 1 Unze venöses Blut aus der Harn- 
röhre und dies wiederholte sich, so oft ‚ein neuer, erfolglos blei- 
bender Versuch zu katheterisiren gemacht wurde. Da der Kranke 
über die peinigendsten Gefühle in der Gegend der den ganzen 
Unterleib mehr und mehr auftreibenden Blase klagte, erbat sich 
S. von Ammon’s und SAHLFELDER’S Beistand. Nach Anwendung 
der verschiedensten Meihoden, den Katheter einzubringen, ge- 
lang es endlich Letzterem gegen Abend, das Hinderniss in. der 
Blasenhalsgegend mit einiger Gewalt zu besiegen, worauf eine 
ausserordentlich grosse Menge dunklen Urins ausgeleert. wurde, 
Am nächsten Morgen musste der Verf, der vollkommenen Urin- 
verhaltung wegen wieder den Katheter anwenden, der nun auch, 
wenn auch nicht ohne Mühe und Schmerzen, von ihm einge- 
bracht wurde, nachdem er in der Blasenhalsgegend einen klei- 
nen Höcker passirt hatte, wobei die Spitze etwas nach links 
gleitete. Eben so verhielt es sich die folgenden Tage, wo wie- 
derholt der Katheter benutzt werden musste. Am 4, Tage end- 
lich machte S, in der Absicht, die innere Fläche der Blase, be- 
sonders in der Gegend des Halses, unmittelbar zu fomentiren, 
einen Versuch, durch den ein Mal eingebrachten Katheter, nach 
Abzapfung des Urins, ein Paar Obertassen eines lauwarmen Dec. 
Herb. Hyosc. Rad, Gram, und Rad. Taraxr. von dem der Kranke 
bereits mehrere Lavements verbraucht hatte, mittelst einer ‚ge 
wöhnlichen Klystierspritze, deren dünneres Röhrchen in. die äus- 
sere Oeffnung des Katheters gebracht wurde, einzufüllen und 
diese dem Kranken sehr wohlthuende Einfüllung 'erst nach - 15 
bis 20 Minuten aus der zugehaltenen Mündung wieder ausflies- 
sen zu lassen. Nachdem diese Bähungen 3 Mal vorge; mmen 
worden waren, fing der Urin wieder an, erst tropfenweise und 
dann allmählich: in grösserer Menge von selbst abzugehen. Aus- 
ser diesen Kräuterklystieren erhielt der Kranke noch auflösende, 
und abführendue Miıtel, besonders mit starken Gaben Salmiak. 
Die ersten. 2 Wochen sah der frisch gelassene Urin sehr trübe 
aus und seizie eine ungemeine Menge dicken, eiterartigen Schlei- 
mes ab, die auf Selterwasser mit Milch und Dec. chinae nach 
und mach‘ verschwand, und obgleich Fleisch und Kräfte sehr ab- 
genommen hatten, so kam: doch der ‚Zustand des Körpers .all- 
mählich auf den zurück „...der vor dieser Urinverhaltung zugegen
	        
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