Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

26 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
Stunden nach dem Essen eintretendes Erbrechen, hartnäckige 
Verstopfung, grosse Abmagerung, gelbe Farbe der trockenen, 
eingeschrumpften Haut, und Zunahme der, Schmerzen bei äus- 
serem Druck auf die Herzgrube, in deren Tiefe man deutlich 
umschriebene Härte fühlte, liessen eine organische Krankheit des 
Magens nicht bezweifeln, und R. vermuthete Scirrhus pylori, Un- 
ter allen 8 Monate gewissenhaft gebrauchten Mitteln half keins 
so palliativ, als Aqua Laurocerasi, zu 2 Drachmen täglich. 8 Wo- 
ehen vor. dem Tode kam Bauchwassersucht hinzu, die jedoch 
gelinde Diuretica beseitigten. Am Jetzten Tage ihres Lebens, 
am 16. Jul. 1829, stand die Kranke noch auf, um sich ihr Mit- 
tagsesser , das sie als das letzte bezeichnete, zu bereiten,. wo- 
bei sie plötzlich todt umsank. Bei der Section fand sich der 
Magen sowohl mit Leber, als Milz mittelst steatomatöser Masse 
fest verwachsen und die Höhle desselben theils mit flüssigem, 
theils geronnenem schwarzem Blute angefüllt. Auf der hintern 
Magenwand, mitten zwischen Cardia und Pylorus, fand sich ein 
kreisrundes , viergroschenstückgrosses Loch mit hoch aufgewor- 
fenen glatten, knorpelharten Rändern, das sich ungefähr 3 Zoll 
trichterförmig in die Tiefe erstreckte, und dessen Boden aus stea- 
tomatöser Masse bestand, durch. die der. Magen mit Pankreas, 
grossen Gefässen u, s, w. fest zusammenhing. Auf dem Boden 
der Veffnung klafften mehrere, ‚schwarzes, halbgeronnenes Blut 
enthaltene Gefässmündungen. Die dünnen Därme und ein Theil 
der dicken waren ebenfalls voll. Blut, doch nicht so, wie der 
Magen, Die Lungen, von denen die rechte mit der Pleura ver- 
wachsen war, enthielten Tuberkel. — Ausser dem durch das 
steatomatöse Aftergebilde bewirkten Ersatz der durchlöcherten 
Magenwand jet in diesem Falle besonders die lange Dauer der 
Krankheit wichtig. Die Kranke wollte- schon seit 20 Jahren an 
Magenschmerzen gelitten haben, und wenn auch das Geschwür so 
alt nicht war, so verbürgten doch seine glatten Ränder vieljäh- 
rige Dauer, So bestätigt diese Wahrnehmung von Neuem, dass 
das weibliche Geschlecht, zumal ledigen Standes, bei vorgerück- 
ten Jahren, dem Deserganisationsprocesse grösseren. Widerstand 
entgegensetzt und im Allgemeinen stärkere Erhaltungskraft des 
Organismus, als das männliche, bekundet. ALBERTINI hat dies 
schon im Bezug auf Herzkrankheiten wahrgenommen, und der Verf. 
machte diese Bemerkung wiederholt bei Pseudoorganisationen in 
der Bauchhöhle, die durch Umfang und Dauer gleich auffallend 
waren. [Casper’s Wochenschrift, 1833, Nr. 18.]. (K-—e.) 
16. Ueber Urethritis, ihre Verschiedenheit von 
der uneigentlich so genannten Blennorrhagia sicca, 
und über Orchitis blennorrhagica macht Cyn. Lonpoe fol- 
gende Bemerkungen: 1) Die in Folge des Coitus entstandene 
Blennorrhagie bei einem einzeluen Individuum, wenn das andere 
gesund ist, hat sehr selten in einem Excesse des Beischlafa ih- 
ren Ursprung; 15 Mal unter 20 findet sie- nach einem einzigen,
	        
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