Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

268 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
Fiebers in secundäres Nervenfieber zu verhüten, was wohl, b“ 
sonders bei Robusten, nur durch dreistes antiphlogistisches Ve 
fahren möglich wird. Es wurde daher ein Aderlass von 10 b® 
12 Unzen am linken Arme gemacht, unter dem der drückend 
Schmerz geringer und die Respiration freier wurde. Innerlic 
nahm der Kranke Brausepulver und trank einen abgekühlten Auf 
guss von getrockneten Himbeeren. "Tags darauf war der Zusta! 
des Kranken schlimmer. Die Nacht war unruhig gewesen, und 
es hatten sich häufiger Husten, starke Hitze und bedeutende D“ 
lirien vorgefunden. Brustschmerzen und Behinderung des Ad 
mens hatten zugenommen, die Zunge war trockener, der KoP 
schmerzte heftig, der Puls war eben 80 frequent, als vor dem 
Aderlass, aber schwächer, der Urin dunkelroth, ohne Wölk- 
chen oder Bodensatz und auf ein Lavement war Abends vorh® 
breiiger Stuhl erfolgt. Da das Fieber nun entschieden sich zu® 
nervösen hinneigte, wagte der Verf. keinen Aderlass mehr, glaubt® 
aber viel vom Tart. emet, erwarten zu dürfen, den er mit In 
Valer. reichte. An die, Waden wurden Senfteige gelegt. Abend 
zeigte sich merkliche Besserung. Das. Fieber exacerbirte 1 
gering, es fand sich allgemeiner Schweiss, die Respiration war 
freier, der Puls hatte in der Minute nur 100 Schläge, der Kopf 
schmerz war geringer, der Husten seltener, ‚weniger quälendı 
und Delirien waren den ganzen Tag nicht zugegen gewesen, selbst 
nicht bei geschlossenen Augen. In der Cur wurde nichts veräl‘ 
dert, da weder Ekel, noch Brechen, noch Durchfall! dem Tart- 
emet. gefolgt waren. Am 27. Morgens sah Alles schlecht. ‘Die 
Nacht war sehr unruhig geweßen, der Kranke hatte grosse Pr# 
cordialangst gehabt und sehr heftig delirirt. Das Gesicht w#! 
bleich, der Pals klein, leer, die Kxtremitäten kühl, und def 
Athem ungemein behindert , der Husten geringer, der drückend® 
bohrende Schmerz unter dem Sternum aber andauernd. B. lie® 
den Kranken ins Bad setzen, über die Brust ein Vesicator, 2 
die Fusssohlen Senfteige legen und Moschus mit Kalomel nel 
men. Aber kaum waren einige Gahen der letztern Mittel genom“ 
men, als sich der Kranke knieend im Bette aufhob, nach dem 
Nachtgeschirr langte, das Gleichgewicht verlor, aus dem Bett® 
stürzte und todt zur Erde fiel. Bei der Section flossen aus dem 
unvorsichtiger Weise verletzten Pericardium zum mindesten 4 bi® 
5 Unzen einer eiterartigen Flüssigkeit. Die Lungen sahen v® 
aussen zwar gesund, als aber zuerst die rechte Lunge von obe® 
nach unten durchschnitten wurde, fand sich der ganze obere LaP“ 
pen. brandig und der grösste Theil des Parenchyms in demselbe? 
schon verzehrt, so dass eine weite Höhlung entstanden war, 80% 
der derselbe aashafte Geruch drang, den der Kranke von sich 
hauchte, als er aufgenommen wurde. Auch an vielen ander? 
Stellen war das Parenchym der rechten Lunge gangränescirt, die 
linke hingegen zeigte keinen Brand, wenn auch das Parenchy' 
ausserordentlich mürbe war. Der Herzbeutel war verdickt un
	        
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