Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

Il. Pathologie, Therapie und mediclnische Klinik. 267 
tin erweichendes Klystier geben, und da es durchaus unmöglich 
war, durch den Mund etwas beizubringen, musste er sich aüf 
diese äussern Mittel beschränken. Gleich nach der Venäsection 
Wurde die Respiration zwar etwas freier und ruhiger, doch blieb 
der Kranke: wie vor bewusstlos und starb, nachdem das Röcheln 
hald wieder zugenommen, zwei Stunden später. Bei der Section 
boten Gehirn und Gehirnhäute nichts Krankhaftes dar, selbst die 
Blutgefässe waren nicht sehr mit Blut gefüllt, und nur an der 
Basis cranii fand sich etwas weniges seröses Kxtravasat. Die 
Lungen waren völlig gesund und das Brustfell mit dem linken 
Lungenflügel und dem Herzbeutel theilweise verwachsen: Der 
letztere enthielt gegen 2 Unzen Flüssigkeit, das Herz 'aber war 
8csund und die Blutgerinnsel in demselben nicht bedeutend. Als 
der Unterleib eröffuet wurde, floss eine Menge’ dunkeln Blutes 
hervor, Magen und Gedärme zeigten indess’ nichts Abnormes, die 
Von Farbe und Textur gesunde Leber war ziemlich voluminös, 
die Gallenblase strotzte von gelblich grüner Galle, das Netz war 
Sangränescirt, die Milz ungeheuer aufgetrieben, gross, aber mürbe, 
stellenweise gangränescirt. Auf der .innern Fläche derselben fand 
Sich ein theilweise schon vernarbier, 4 Zoll langer und auf der 
Aussern convexen Fläche ein zweiter, noch ganz frischer 14 Zoll 
langer Riss, aus dem beim leisesten Drucke eben solches dunk- 
lcs Blut quoll, als die Unterleibshöhle angefüllt hatte. — Der 
Zweite Fall kam bei einem jungen, kräftig gebauten Marqueur 
von ungefähr 30 Jahren vor, der am 25. Nov. 13832 ins Klini- 
Cüm aufgenommen wurde, nachdem er schon 10 Tage ohne alle 
MFZtliche Hülfe krank gelegen hatte. B. fand ihn nach einem 
Wärmen Bade mit stark gerötheten Wangen, die Hautwärme war 
bedeutend erhöht, obschon die Haut nach dem Bade weich und 
Auftend erschien. Die feuchte Zunge hatte einen dicken bräun- 
lich gelben Schleimüberzug, der Athem des Kranken roch aas» 
haft, der Puls hatte über 115 Schläge in der Minute und war 
Noch ziemlich voll, doch bemerkte man unter dem Pulsfühlen 
leichtes Zucken in den Flechsen der Hand, zuch stellten ‘sich 
‚Sichte Delirien ein, wenn das glänzende, etwas gedrungene Auge 
SCschlossen wurde. Der Kopf schmerzte heftig, der Durst war 
Stoss, die Respiration sehr beschwerlich und beim Versuch, et- 
Waß tiefer einzuathmen, stiegen die drückenden, besonders unter 
dem Sterno concentrirten Schmerzen in der Brust, worauf quä- 
Shder Husten eintrat, der, meist trocken, nur selten geringen 
Zähen, gelblichen Auswurf zur Folge hatte. Der Kranke beob- 
achtete constant die Rückenlage, der Unterleib war, bis auf ge- 
Spannte Präcordien, schmerzlos und die Stuhlauslee ung bisher 
(glich ein Mal regelmässig erfolgt. Einen vernachlässigten Ca- 
dem Pulmonum vermuthend, der in Pneumonie überzugehen 
W © und zugleich mit bedeutenden Unreinigkeiten er ersten 
le 86 verbunden sey, schritt B. sofort zu allgemeiner _Blutaus- 
ung, da es hier noch galt, den Uebergang: des entzündlichen
	        
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